Kothaufen zieren jeden Quadratmeter auf dem Weg zum Kindergarten

„Einfach widerlich“

Täglich auf der Hut: Der kleine Fynn-David muss die Hundeklo-Strecke auf dem Weg zwischen seinem Zuhause und dem Kindergarten passieren. Da macht das Spielen kaum noch Spaß. Fotos: Tenbrink

Uelzen. Einem Aberglauben zu Folge bringt es Glück, wenn man in einen Hundehaufen tritt. Bei Uelzener Eltern sorgt die Hinterlassenschaft eines Vierbeiners am eigenen Schuh aber eher für Ärger und Ekel.

Besonders viele der braunen Tretminen finden sich derzeit ausgerechnet auf dem Gehweg entlang eines Spielplatzes, den auch viele Kindergarten- und Schulkinder nutzen.

„Einfach widerlich ist das“, findet Robert Saunders. Sein zweijähriger Sohn Fynn-David geht in die nahegelegene Kindertagesstätte in der Zimmermannstraße. Den Fußweg, der von der Heinrich-Meyerholz-Straße direkt zum Kindergarten führt, passiere der kleine Junge zweimal täglich. Sein Vater hat für Hundehalter, die den Dreck ihrer Vierbeiner nicht entfernen, kein Verständnis: „Ich hatte früher selbst einen Hund und das Wegmachen der Haufen ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit.“ Nicht nur auf den Grünstreifen, auch mitten auf dem Gehweg ließen manche den Kot liegen. Das kann Jasmin Konopka nur bestätigen: „Ich muss meine Kinder da auch täglich durchmanövrieren“, klagt die 29-Jährige, „selbst die Kleinen sagen schon immer ,igitt’.“ Viola Muno findet noch deutlichere Worte für die Zustände auf dem Weg: „Das ist scheiße.“ Schon öfter habe sie – trotz großer Wachsamkeit – nicht verhindern können, dass ihre dreijährige Tochter Lucienne in die Hinterlassenschaft eines Hundes tritt.

Dabei verpflichtet die Verordnung zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in der Stadt Uelzen jeden Hundehalter, jegliche Verunreinigung, die sein Tier in der Öffentlichkeit verursacht, unverzüglich zu beseitigen. Grundsätzlich habe man auch die Erfahrung gemacht, dass „sich die weit überwiegende Zahl aller Hundehalter im öffentlichen Raum verantwortungsvoll im Umgang mit ihren Tieren“ verhält, berichtet Ute Krüger von der Stadt Uelzen. Gegen die Ausnahmen von dieser Regel werde mehrmals im Monat ein Verwarngeld verhängt. Mehr als 1500 Hundehalter sind in der Uhlenköperstadt registriert. Eine gewisse Rolle spiele auch Wetter: „Das Problem verstärkt sich regelmäßig nach Frostperioden“, erklärt Krüger. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt würden die Ausscheidungen nicht von der Witterung zersetzt, sondern gewissermaßen konserviert. Beobachtet man das Fehlverhalten eines Hundehalters, rät die Pressesprecherin zu einem offenen Wort: „Es kann Wirkung zeigen, die Hundebesitzer direkt anzusprechen.“ Simone Binder hat mit dieser Vorgehensweise keine guten Erfahrungen gemacht: „Da wird nur mit Schulterzucken reagiert oder es kommt sogar noch ein dummer Spruch.“ Auch die 36-Jährige passiert mit ihren zwei Kindern täglich den Weg zum Kindergarten. Bei unbelehrbaren Wiederholungstätern kann eine Meldung bei der Stadt helfen, allerdings benötigt die „einen Namen oder ganz konkrete Hinweise“, merkt Krüger an. Man gehe jedem Hinweis nach, ermittele den Sachverhalt, höre auch den Beschuldigten dazu an und überprüfe die Glaubwürdigkeit.

Den betroffenen Weg zum Kindergarten wolle die Stadt begutachten und darüber entscheiden, ob man dort eine gezielte Reinigung vornehme.

Von Karsten Tenbrink

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