Morgen machen die Wähler im Landkreis ihre Kreuze auf den Stimmzetteln

Nur einer wird direkt gewählt

Zwei Kreuze, die zählen: Morgen gehen im Landkreis Uelzen knapp 85 000 Menschen an die Wahlurnen. Foto: dpa

Uelzen/Landkreis. Knapp 85 000 Menschen im Landkreis Uelzen und in der Samtgemeinde Ilmenau (Landkreis Lüneburg) werden am morgigen Sonntag an die Wahlurnen treten und aus den sieben Kandidaten ihren Vertreter für den Niedersächsischen Landtag wählen.

Diese Frauen und Männer gehören allesamt dem Wahlkreis 47 an, und jeder von ihnen wird morgen zwei Stimmen haben: eine Erststimme und eine Zweitstimme.

„Die Erststimme wird für einen Kreiswahlvorschlag abgegeben“, erklärt Martin Theine, Sprecher des Landkreises Uelzen. „Hier ist der Bewerber mit den meisten Erststimmen gewählt.“ Bedeutet im Klartext: Nur derjenige von den sieben hiesigen Kandidaten, der die meisten Erststimmen auf sich vereinigen kann, wird als Direktbewerber für den Wahlkreis 47 in den Landtag in Hannover einziehen.

Doch auch die verbleibenden sechs Mitbewerber haben dessen ungeachtet eine Chance, einen Abgeordnetensitz in der Landeshauptstadt zu ergattern: Ihre Zweitstimme nämlich können die Wähler dem sogenannten Landeswahlvorschlag geben. Theine: „Diese Stimme ist maßgeblich für die Verteilung der Sitze im Landtag auf einzelne Parteien.“ Mit der Zweitstimme, auch „Listenstimme“ genannt, wählt der Wähler die Landesliste einer Partei. Die Listenstimme hat keinen direkten Einfluss auf die Bewerber, denn die Abgeordnetensitze werden hier in der Reihenfolge vergeben, die durch die Landesliste vorgegeben wurde.

Erst- und Zweitstimme können unabhängig voneinander abgegeben werden, das heißt, sie müssen nicht derselben Partei gegeben werden. Und dann gibt es da noch die Fünfprozentklausel: Sie besagt, dass die Parteien nur Sitze über die Landesliste erhalten, wenn sie landesweit mindestens fünf Prozent der gültigen Listenstimmen errungen haben. Wer in einem Wahlkreis aber direkt gewählt worden ist, behält seinen Sitz im Landtag auch dann, wenn seine Partei weniger als fünf Prozent der Zweitstimmen erhält.

Grundsätzlich zum Hintergrund: Von den insgesamt 135 Abgeordneten im Niedersächsischen Landtag werden 87 in den Wahlkreisen in direkter Wahl gewählt. Einen Wahlkreis gewinnt, wer die meisten Stimmen auf sich vereinigt. Die übrigen 48 Abgeordnetensitze im Landesparlament werden nach dem Verhältnis der für die Parteien abgegebenen Zweitstimmen auf die Landeslistenbewerber verteilt.

Insgesamt 163 Wahllokale werden morgen im Landkreis Uelzen und in der Samtgemeinde Ilmenau von 8 bis 18 Uhr ihre Türen geöffnet haben, damit die knapp 85 000 hiesigen Wahlberechtigten ihre Stimmen abgeben können. Mehr als 5000 von ihnen haben ihre Wahl bereits getroffen – nämlich bei der Briefwahl. Wer morgen keine Zeit für den Gang zur Wahlurne hat oder nicht mobil ist, konnte und kann die Briefwahl in Anspruch nehmen: Wahlscheine für die Briefwahl konnten bis gestern, 13 Uhr, beantragt werden, so Kreis-Sprecher Theine. Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Wer beispielsweise eine plötzliche Krankheit nachweisen kann, erhält auch am morgigen Wahltag noch bis 15 Uhr seine Wahlunterlagen. Damit die Stimmen für die Auszählung noch berücksichtigt werden können, müssen die Stimmzettel bis morgen, spätestens 18 Uhr, beim Kreiswahlleiter, also dem Landrat Dr. Heiko Blume, im Uelzener Kreishaus vorliegen. Dann nämlich schließen alle Wahllokale und die Auszählung beginnt.

Übrigens: Die Ergebnisse der Landtagswahl, insbesondere natürlich die für die hiesigen Kandidaten, finden sie am Wahlabend auch im Internet unter: www.az-online.de

Von Ines Bräutigam

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