Einschränkungen für Gemeinde

Eine schwierige Suche: Pastorenstelle für St. Marien bisher unbesetzt

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Im Juni ist Reinhard Klingbeil in den Ruhestand gegangen. Wer künftig in St. Marien predigt, ist noch unklar.

Uelzen. Die Suche nach einem Nachfolger für den ehemaligen St. -Marien-Pastor Reinhard Klingbeil gestaltet sich schwierig.

Florian Moitje

Im Juni war Klingbeil nach fast 40 Dienstjahren in den Ruhestand entlassen worden, bis dahin betreute er zusammen mit Florian Moitje, der auch Pastor in Veerßen ist, die 4500 Glieder zählende Kirchengemeinde St. Marien. Für eine nahtlose Staffelstabübergabe hatte die Gemeinde bereits im März die frei werdende Stelle ausgeschrieben – mit dürftigem Ergebnis, wie Florian Moitje im AZ-Gespräch sagt. Auch in einer zweiten Ausschreibungsrunde sei kein Nachfolger gefunden worden. Nun versuche es die Gemeinde in einem dritten Anlauf, die Stelle zum 1. Januar 2017 zu besetzen. In den verbleibenden Monaten bis dahin müssen die Gemeindeglieder mit Einschränkungen rechnen.

Nach den Worten von Florian Moitje seien bis zur Wiederbesetzung der Stelle Besuche des Pastors anlässlich von Geburtstagen älterer Gemeindeglieder nicht immer möglich. Auch bei der seelsorgerischen Betreuung müsse gesehen werden, was zu leisten sei.

Für Beerdigungen, Trauungen und Taufen wird Christoph Siedersleben als evangelischer Seelsorger in der Justizvollzugsanstalt Uelzen Florian Moitje bei seiner Arbeit in der Kirchengemeinde unterstützen. Der Vikar Carsten Warncke werde zudem eingebunden. Die Gottesdienste könnten mit Hilfe von Propst Jörg Hagen und dessen Frau gewährleistet werden.

An der Suche eines Nachfolgers für Reinhard Klingbeil zeige sich der „extreme Nachwuchsmangel“ in der Kirche, so Moitje. Es gebe zu wenig Menschen, die den Beruf des Pastors ergreifen wollten. Die Folgen seien in ländlichen Gebieten wie der Landkreis Uelzen als erstes zu spüren. Für die St.-Marien-Gemeinde hatten die Verantwortlichen die Hoffnung, dennoch ausreichend Bewerber zu finden. Die Kirchengemeinde liege im Herzen der Stadt, die Kirchenarbeit und der Kirchenbau seien attraktiv, so Moitje. Bislang habe es aber lediglich drei Bewerbungen auf die Stelle gegeben.

Was stimmt die Gemeinde hoffnungsvoll, dass im dritten Anlauf nun mehr und geeignete Kandidaten gefunden werden? „Wir wollen die Besonderheiten der Kirchengemeinde stärker herausstellen und auch die Vorteile Uelzens betonen“, sagt Florian Moitje. Zudem wolle die Gemeinde auch das Kirchennetzwerk nutzen und Pastoren, die sich womöglich mit einem Stellenwechsel tragen, aktiv ansprechen.

Von Norman Reuter

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