Ortsrat und Bürger wollen für Erhalt der Molzener Schule kämpfen / Kritik an Arbeitsgruppe

„Eine Schließung wäre hirnrissig“

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Der Weg der Schüler führt an Plakaten vorbei, auf denen Eltern den Fortbestand der Grundschule Molzen fordern.

Uelzen-Molzen. „Es wird nur aufs Geld geschaut – ich bin stocksauer!“ So wie Sven Schölzel äußerten am Dienstagabend viele Bürger deutliche Worte auf der Sitzung des Ortsrates Molzen.

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Sie konnten nicht verstehen, warum eine Arbeitsgruppe (AG) aus Vertretern von Politik, Verwaltung, Schulen und Eltern die Schließung der Molzener Grundschule als eine von sieben möglichen Varianten vorgeschlagen hat (AZ berichtete).  Mehr als 50 Bürger nahmen an der Ortsratssitzung teil und forderten den Erhalt der Schule. Schölzel kritisierte, dass die AG vor allem die Kosten, nicht aber das Wohl der Schüler im Blick gehabt habe. „Ich sehe überhaupt keine Qualitätsverbesserung, wenn mein Kind weitere Wege zurücklegen muss, um zur Schule zu kommen“, sagte er.

Rembert Freiherr von dem Bussche appellierte an die Lokalpolitiker, die Entscheidungskriterien für mögliche Schulschließungen genau zu hinterfragen und zu prüfen, ob Einzelinteressen dahinter stünden. „Es darf nicht sein, dass der Stärkere gewinnt, sondern es sollen alle gewinnen“, betonte er. Gefragt sei auch künftig Vielfalt in der Schullandschaft: „Wenn alles gleich ist, ist das nicht im Sinne der Kinder und Eltern.“

Jan Herrmann, Vorsitzender des Schulelternrates, bat den Ortsrat mit Blick auf den angeblichen Bedarf an Ganztagsplätzen: „Bitte prüft genau das Zahlenmaterial, das der Öffentlichkeit vorgegaukelt wird.“ Die Argumente des Elternrates hat Herrmann auch in einem Brief an Bürgermeister Otto Lukat und den Ersten Stadtrat Jürgen Markwardt formuliert.

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Im Ortsrat stießen die Forderungen der Bürger auf offene Ohren. „Wir müssen jede Form des nicht-illegalen Widerstands wahrnehmen, um unsere Schule zu erhalten“, bekräftigte Ortsbürgermeister Henning Gröfke (CDU). „Eine Schließung wäre vollkommen hirnrissig“, meinte er, denn das Molzener Gebäude habe den geringsten Investitionsbedarf aller Grundschulen in Uelzen. Es fehle nur noch eine Alarmierungsanlage, „alles andere ist hier durchsaniert.“

Auch die übrigen Ortsratsmitglieder versicherten, dass sie sich für die Grundschule einsetzen werden. Zweifel an einer fairen Bewertung durch die Arbeitsgruppe hatte Rüdiger Bratz. „Es wird anhand der Zahlen entschieden und nicht anhand des sozialen Umfelds“, monierte er. Die Molzener Schule sei ein wichtiger Ort der Begegnung. Für Karl-Heinz Schmäschke (Grüne) sind die Aussagen der AG nur Einzelmeinungen, „sie sind aber nicht unbedingt legitimiert aus den Fraktionen oder der Elternschaft.“

Ein deutliches Signal für den Erhalt ihrer Grundschule setzen unterdessen die Schüler der ersten Klasse. Sie haben Lukat einen handschriftlichen Brief mit einer Bitte zukommen lassen, den sie alle unterschrieben haben: „Herr Bürgermeister, wir wollen nicht, dass die Schule geschlossen wird“, heißt es darin.

Von Bernd Schossadowski

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