Von Woche zu Woche

Eine Region in der Warteschleife

 Es war keine gute Woche auf Uelzens Straßen. Ein toter Motorradfahrer, mehrere schwere Verkehrsunfälle auf der Bundesstraße 4, mehrstündige Vollsperrungen mit entsprechenden Staus.

Und parallel zu den fast täglichen Polizeimeldungen immer wieder Schlagzeilen zum geplanten oder nun doch nicht geplanten Bau der Autobahn 39 von Lüneburg über Uelzen nach Wolfsburg. Zu den Berichterstattungen gibt es auf der Facebook-Seite der AZ lebhafte Diskussionen. Jeder, der täglich auf der B 4 unterwegs ist, hat seine ganz persönlichen Erfahrungen dieser „Wild-West-Straße“ zwischen Bienenbüttel und Uelzen gemacht. Seien es die Pendler, die jeden Morgen von Grünhagen bis Melbeck im Stau stehen, oder die Lastwagenfahrer, die eigentlich nicht nach rechts auf den Mehrzweckstreifen ausweichen dürfen, denen dies aber durch Plakate der Verkehrswacht dennoch nahe gelegt wird und die ein Lied singen können von aggressiven Überholern und gefährlichen Situationen. Ändern wird sich daran nichts, so lange die B 4 in dieser Form besteht – als Ausbaustrecke, die längst nicht mehr zeitgemäß ist und die heute keiner mehr so konstruieren würde. Die Region braucht eine schnelle Lösung, doch die steht auf der Kippe.

Die Autobahngegner trommeln wie eh und je, regionale Entscheidungsträger jeglicher Couleur werden nicht müde zu betonen, von welch existenzieller Bedeutung der Bau der A 39 ist, die Landesregierung ist in dieser Frage entzweit in Rot und Grün und schlägt sich lieber in die Büsche. Und das Bundesverkehrsministerium teilt jetzt mit, dass sich ein Baubeginn auf 2017 verschiebt – wenn er denn gewünscht wird und eine neue Kosten-Nutzen-Analyse vorliegt. All das lässt befürchten, dass das schlimmste Szenario eintreten könnte: Stillstand. Keine Autobahn, Ortsumgehungen wären ohnehin in weiter Ferne. Schlecht für die Menschen im Kreis Uelzen, aber mindestens genauso schlecht für die Einwohner der Altmark. Denn auch sie brauchen die A 39, wenn sie eine Chance haben wollen, in ihrer strukturschwachen Region die Menschen zu halten. Im Spätsommer wissen wir, ob dieses Projekt kaputt geredet wurde – und ob es jahrzehntelang so weitergeht bei uns mit verstopften Straßen und lärmgeplagten Anwohnern.

Von Thomas Mitzlaff

Rubriklistenbild: © Koller

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