Eine Meile der Begegnung

Das neue Schachspiel in der Fußgängerzone ist eine von mehreren Attraktionen, mit denen die Begegnung der Generationen gefördert werden soll. Zudem entsteht am Herzogenplatz ein Bürgerforum, am Ilmenauufer ein Mehrgenerationen-Spielplatz.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. Nach dem „Weg der Steine“ könnte Uelzen eine weitere Attraktion bekommen, die aus mehreren Stationen besteht. Über die Innenstadt verteilt sollen in den kommenden Monaten neue Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten für alle Generationen geschaffen werden – eine Art Begegnungsmeile quer durch das Zentrum.

Die erste Attraktion dieser Art ist jetzt in der Fußgängerzone sichtbar: Dort hat die Stadt Hüpfkästchen für Kinder sowie ein Schachbrett auf das Pflaster auftragen lassen und Spielfiguren aus Plastik aufgestellt. Zudem soll auf der Grünfläche am Herzogenplatz, auf der zurzeit die Hawoli-Steine stehen, ein Bürgerforum als Kommunikations- und Treffpunkt errichtet werden. Dieses wird von der Willi Meyer Bauunternehmen GmbH aus Uelzen gesponsert und auch selbst hergestellt. Anlass für die Spende ist das 150-jährige Firmenbestehen.

Den Plänen zufolge soll das Forum aus einem halbkreisförmigen Bogen aus Granitblöcken mit einem Durchmesser von zwölf Metern bestehen. Zwei Sitzstufen von jeweils 50 Zentimetern Höhe bieten etwa 30 Personen Platz. Der Innenbereich des Halbkreises wird aus Klinkersteinen gepflastert, in die eine Plakette des „Goldenen Schiffes“ der Stadt eingelassen wird. Die Herstellungskosten des Forums beziffert Baudezernent Karsten Scheele-Krogull auf rund 15 000 Euro.

„Dort kann man sich gemütlich hinsetzen, unterhalten und etwas spielen, Schulklassen können diskutieren und vielleicht tagt dort auch mal ein Ausschuss öffentlich“, kann er sich vielfältige Nutzungsmöglichkeiten vorstellen. Der Stadtrat muss dem Bau des Forums aber noch zustimmen. Der Verwaltungsausschuss hat bereits grünes Licht gegeben.

Dass die Firma Willi Meyer das Bürgerforum finanzieren und bauen will, ist für Scheele-Krogull „eine hervorragende Sache, auch für die Belebung des Herzogenplatzes“. Eigentlich hatte die Stadt beabsichtigt, das Forum zusammen mit dem Mehrgenerationen-Spielplatz am Herzogenplatz zu errichten. Weil Letzterer nun aber am Ilmenauufer entsteht, wollte die Verwaltung die Pläne für das Forum aufgeben. „Deshalb ist ein glücklicher Zufall, dass die Firma Willi Meyer auf uns zugekommen ist“, freut sich der Dezernent. „Wir haben uns die Bälle zugespielt.“ Stimmt der Rat dem Bauvorhaben zu, könnten die Arbeiten zügig beginnen. Bis Ende Oktober soll alles fertig sein, hofft Scheele-Krogull.

Ebenfalls noch in diesem Jahr verwirklicht wird der Mehrgenerationen-Spielplatz am Ilmenauufer. Er entsteht im Bereich des kleinen Brunnens nahe der DRK-Meile. Der Entwurf sieht unter anderem Federwippgeräte, Tische für Brettspiele, Duftstauden, Sitzecken, ein hölzernes Spielschiff und einen „Piratennest“-Ausguck vor (AZ berichtete). Rund 80 000 Euro wird das Ganze kosten, drei Viertel davon werden aus Ziel-1-Mitteln der EU gefördert. „Der Zuschussbescheid liegt uns jetzt vor“, sagt Scheele-Krogull. Den Baubeginn erwartet er für Anfang November, die Fertigstellung noch vor dem Winter.

Weitere Spielmöglichkeiten kann sich die Dezernent auch in der Fußgängerzone vorstellen. „Sollte die Politik im nächsten Jahr beschließen, sie zu einer dauerhaften Einrichtung zu machen, werden wir überlegen, die Spielangebote dort zu ergänzen“, sagt er, ohne Details zu nennen. Für ihn ist der Mehrgenerationen-Spielplatz „nicht der letzte Schritt“.

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