Schauspielerin Jenny Elvers aus Amelinghausen im Ekel-Format „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“

Eine Heidekönigin im Dschungelcamp

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Vor 25 Jahren wurde Jenny Elvers in Amelinghausen zur Heidekönigin gewählt – jetzt greift sie noch einmal nach Königswürden.

Amelinghausen/Murwillumbah. Sie lächelt – für die Kameras. Jenny Elvers ist soeben zur Königin gekürt worden. Jetzt werden die offiziellen Bilder gemacht. In hochgeschlossener Bluse und in bordeauxfarbenem Samtumhang hält sie einen Heidekraut-Strauß in den Händen.

Auf ihrem Haupt mit blonden Engelslocken thront eine mächtige Krone – so wie der Strauß aus Heidekraut gebunden. An diesem Tag im Jahr 1990 beginnt Elvers’ Karriere; beim Heideblütenfest in Amelinghausen. Die damals 17-Jährige kann, wie Hans-Jürgen Pyritz vom Vorstand des Heideblütenvereins erzählt, sich gegen sechs oder sieben andere Bewerberinnen bei der Wahl zur Heidekönigin durchsetzen. Pyritz kennt Elvers schon seit Kindestagen, er erlebte auch ihre Wahl zur Heidekönigin.

25 Jahre später schickt sich Elvers, die in Amelinghausen geboren wurde und seit kurzem in Salzhausen lebt, noch einmal an, zur Königin gewählt zu werden – diesmal zur Dschungelkönigin. Eine Krone aus Lianen und exotischen Blüten wartet. Elvers gehört zu den Teilnehmern der zehnten Staffel der RTL-Serie „Ich bin ein Star – hol’ mich hier raus“. Heute wird sie unter anderem mit IT-Girl Sophia Wollersheim, Ehefrau des wohl in Deutschland bekanntesten Bordellbetreibers, ins Dschungelcamp ziehen. Die RTL-Sendung machte sich in den vergangenen Jahren einen Ruf als Ekel-Format mit Millionen-Publikum. 17 Tage leben die Kandidaten im australischen Urwald, haben sich bei Prüfungen durch Erdlöcher mit zig-tausend Kakerlaken zu schlängeln oder bekommen Känguru-Hoden als Essen serviert. Die Sendung gilt als Auffangbecken für verkrachte Existenzen, die sich dem Publikum darstellen können.

Seit Elvers’ Wahl zur Heidekönigin vor 25 Jahren ist viel passiert. Sie machte Schlagzeilen als Schauspielerin, mit ihren Männern und mit einem Alkoholabsturz. Zu ihrer Teilnahme im Dschungelcamp sagt die heute 43-Jährige: „Ich habe oftmals noch zu kämpfen mit Negativschlagzeilen oder Schlagzeilen, die überhaupt nichts mit meiner Person zu tun haben. Und oft denke ich, das bin ich doch gar nicht. (...) Das ist jetzt auch eine große Chance zu zeigen, okay, so bin ich.“ Und: Zu verbergen habe sie nichts. Das zeigt sie auch schon vor Sendestart – hochgeschlossene Bluse? Fehlanzeige. Für die aktuelle Ausgabe des Playboys hat sie blank gezogen.

Das Fernsehpublikum entscheidet, wer es im Dschungelcamp bis ins Finale schafft. Bei der Wahl 1990 entschied eine 18-köpfige Jury über die Königswürden. Ekel-Prüfungen hatte sich Elvers damals nicht zu stellen. Wie ihre Bewerber hatte sie sich auf der Bühne vorzustellen, „drei bis vier Minuten“, sagt Hans-Jürgen Pyritz. Für die Jury seien „Ausstrahlung und freies Sprechen“ Kriterien für die Wahl. Elvers kann überzeugen. Nach ihrer Wahl zur Heidekönigin wird sie von einer japanischen Delegation eingeladen, um in einem Freizeitpark aufzutreten. Das habe ihre Karriere vorangebracht, sagt Pyritz. Diese führt sie nun in den Dschungel. Mit drei bis vier Minuten Präsentation ist es dort nicht getan. Elvers erklärt in einem RTL-Interview, dass sie sich vorbereitet habe auf die Ausnahmesituation im Dschungel. Sie suchte einen Allergologen auf. Das Ergebnis? Überschaubar: „Ehrlich gesagt, konnte mir mein Allergologe nicht weiter helfen, ob ich auf Känguru-Hoden allergisch bin“, sagt sie.

Die erste Folge von „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ ist heute um 21.15 Uhr zu sehen. Hans-Jürgen Pyritz wird nicht einschalten. „Ich gucke die Sendung nicht.“ Die Teilnahme von Elvers ändere daran nichts.

Von Norman Reuter

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