Bauernverband: Ertrag bei den Hackfrüchten fällt deutlich geringer aus als 2014

Einbußen bei Kartoffelernte

+
Fuhren die Landwirte im vergangenen Jahr noch eine Rekordernte bei den Kartoffeln ein, müssen sie in dieser Saison Einbußen beim Ertrag hinnehmen. Dafür ist der Preis je Doppelzentner deutlich höher.

Uelzen/Landkreis. Mit der diesjährigen Ernte können die niedersächsischen Landwirte im Großen und Ganzen zufrieden sein. Die eingefahrenen Erträge, aber auch die Qualität der Ackerfrüchte stimmen, sagt die Landwirtschaftkammer Niedersachsen.

„Danach sah es lange Zeit nicht aus“, erklärte Kammerpräsident Gerhard Schwetje unlängst bei der Vorstellung der Ernteergebnisse. Ein Wechselspiel von Wetterextremen habe den Ackerbau zum Geduldsspiel gemacht. „Am Ende war das Ergebnis versöhnlich, denn die Erträge fielen besser aus als anfangs befürchtet“, berichtet Schwetje.

Thorsten Riggert, Vorsitzender des Bauernverbandes Nordostniedersachsen, registriert vor allem bei den so genannten Hackfrüchten wie Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben im Landkreis Uelzen eine zum Teil deutlich geringere Erntemenge als im Vorjahr. „Im vergangenen Jahr hatten wir eine Rekordernte bei Kartoffeln von rund 580 Doppelzentnern je Hektar“, sagt der Landwirt aus Klein Süstedt. In dieser Saison werde die Ausbeute deutlich unter 500 Doppelzentnern je Hektar liegen, sagt Riggert. Für den Landkreis Uelzen schätzt er eine Ausbeute von etwa 460 Doppelzentnern.

Die Kammer gibt einen durchschnittlichen Wert für das Land von 470 Doppelzentnern an. Damit liege man noch deutlich über dem Mittel der vergangenen fünf Jahre (plus 5,1 Prozent). Die Preise für Speisekartoffeln lagen im September nach dem vorjährigen Absturz (6,20 Euro je Doppelzentner) mit gut 15 Euro auf mittlerem Niveau, schreibt die Kammer in ihrer Mitteilung.

Im Landkreis Uelzen werden auf rund 14 000 Hektar Kartoffeln angebaut, weiß Riggert. Das entspreche 20 Prozent der gesamten Ackerfläche im Landkreis. Für die Zwiebeln sei es zu trocken gewesen, stellt Riggert fest. 600 bis 700 Doppelzentner brachte der Hektar in diesem Jahr. In der vergangenen Erntesaison holten die Landwirte 850 Doppelzentner aus einem Hektar Boden. Auf rund 2500 Hektar wachsen im Landkreis Uelzen Zwiebeln.

Deutliche Einbußen gibt es laut Riggert auch bei den Zuckerrüben. Die Kammer schreibt von Erträgen von durchschnittlich knapp 700 Doppelzentnern (Vorjahr: 830 Doppelzentner).

Wie es ertragsmäßig beim Mais aussieht, dazu könne er in diesen Tagen noch nichts Belastbares sagen, so Riggert. Die Ernte sei jetzt erst im vollen Gange. „Wegen der Trockenheit zu Beginn des Sommers ist der Mais 14 Tage hinten dran“, berichtet er. Im Spätsommer seien die Bedingungen für die Frucht optimal gewesen. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen rechnet in ihrer aktuellen Prognose derweil mit guten Erträgen.

Von Jens Schopp

Kommentare