Sommerzeit ist Ferienzeit: Polizei gibt Tipps zur richtigen Sicherung der eigenen vier Wände

Einbrecher machen keinen Urlaub

Langfinger nutzen die Abwesenheit von urlaubenden Bewohnern nur allzu gern, um deren Heime zu plündern – damit es nach den schönsten Wochen des Jahres kein böses Erwachen gibt, rät die Polizei zu einigen Sicherungsmaßnahmen. Foto: dpa

ib Uelzen. Für viele steht mit den großen Ferien die schönste zeit des Jahres bevor.

Doch ganz schnell kann bei der Rückkehr aus dem wohlverdienten Urlaub das böse Erwachen zurück im Alltag kommen – denn häufig nutzen Diebe die Gelegenheit, die leerstehenden Häuser und Wohnungen ihrer urlaubenden Bewohner zu plündern. Die Polizei rät deshalb, sich auch während der Abwesenheit vor kriminellen Machenschaften zu schützen – so gut es eben geht.

„Viele Urlauber sorgen sich vor der Reise vor allem um die Sicherung ihres Wohnraums“, weiß auch Kai Richter, Pressesprecher der Polizeiinspektion Lüneburg. Kurz vor einem Urlaub ließen sich umfangreichere Sicherungsmaßnahmen im Wohnbereich zwar kaum noch realisieren – „Sie können aber jedenfalls Zeichen längerer Abwesenheit vermeiden und mit Hilfe von Freunden oder Nachbarn Ihr Haus oder Ihre Wohnung ständig bewohnt erscheinen lassen“, so Richter.

• Wenn Sie verreisen, vermeiden Sie alle Hinweise auf Ihre Abwesenheit: Ihr ungeleerter Briefkasten, ständig heruntergelassene Rollläden, zugezogene Vorhänge oder Ihre entsprechende Mitteilung auf dem Anrufbeantworter sind für ausspähende Einbrecher sichere Zeichen; auch der ungemähte Rasen im Garten könnte signalisieren: Hier ist niemand zu Hause.

• Lassen Sie Ihr Zuhause durch Freunde, Verwandte, Nachbarn oder „Haushüter“- Unternehmen bewohnen (oder bewohnt erscheinen), die Ihren Briefkasten leeren sowie Rollläden, Vorhänge, Beleuchtung, Radio und Fernseher zu unregelmäßigen Zeiten betätigen.

• Informieren Sie Ihre Nachbarn über die Funktion einer vorhandenen Alarmanlage und auch darüber, dass Sie Ihre Beleuchtung, Ihr Radio oder ähnliche Einrichtungen über Schaltautomaten steuern.

• Ziehen Sie Türen nicht nur ins Schloss, sondern schließen Sie diese immer zweifach ab. Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren. Lassen Sie Fenster nicht gekippt.

• Schließen Sie Leitern, Gartenmöbel und Gegenstände, die sich als Aufstiegshilfen eignen, weg oder sichern Sie diese, zum Beispiel mit einer Kette. Schalten Sie Außensteckdosen ab.

Auch im Urlaub sollte man stets auf der Hut sein – denn häufig nutzen Diebe die entspannte Atmosphäre auf Reisen und am Urlaubsort aus und greifen zu. „Sie schlagen bei jeder sich ihnen bietenden Gelegenheit ebenso gewieft wie blitzschnell zu“, weiß Kai Richter. „Dabei treten sie entweder als spezialisierte Einzeltäter oder als in Gruppen organisierte Täter auf.“

Unterwegs sollte man deshalb auf folgendes achten:

• Beim Parken immer den Zündschlüssel abziehen und das Lenkradschloss hörbar einrasten lassen, auch wenn der Wagen „nur ganz kurz“ abgestellt wird.

• Auch bei kurzer Abwesenheit immer Autofenster, -türen, Schiebedach und Tankdeckel verschlkeßen – den Kofferraum am besten separat und nicht nur über die Zentralverriegelung.

Keine Wertsachen im Auto lassen, auch nicht „versteckt“ oder im Kofferraum. Öffnen Sie das (leere) Handschuhfach, um zu zeigen, dass nichts zu holen ist.

• Tragen Sie zum Schutz vor Taschendieben Geld, Schecks, Kreditkarten und Papiere auf verschlossene Innentaschen der Kleidung verteilt.

• Wer überfallen wird, sollte die Täter nie provozieren, sondenr im Ernstfall lieber Wertsachen oder Fahrzeug herausgeben.

Auch am Urlaubsort sollte man im Hotel, im Restaurant, in Läden und überall, wo Gedränge herrscht, mit Taschendieben rechnen. Richter: „Handtaschenräuber entreißen ihre Beute hier besonders oft vom fahrenden Moped oder Motorrad aus.“ Eintrittskarten, Geldwechsel, echte Antiquitäten und besonders billige Markenwaren von „fliegenden“ oder „Flüsterhändlern“ seien immer riskant. Als Tourist werde man oft betrogen: Fahrscheine, Eintrittskarten oder Geld könnten ungültig sein, „Antiquitäten“ sind üblicherweise billige Imitationen und „Markenerzeugnisse“ falsche „Blenderware“.

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