Uelzens Bürgermeister wirbt bei Bad Bevenser Stadtpolitik um Unterstützung für den Autobahn-Bau

„Ein Nein zur A 39 wäre fatal“

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Uelzen/Altenmedingen. Die Resolution des Bad Bevenser Stadtrates gegen die aktuelle Trassenplanung der A 39 (AZ berichtete) sorgt bei Uelzens Bürgermeister Otto Lukat für Unverständnis. „Ich kann die örtlichen Belange durchaus nachvollziehen.

Aber für den Wirtschaftsstandort Uelzen, von dessen Kraft dieser Landkreis maßgeblich lebt, sehe ich keine Alternative zum Bau der A 39“, sagte Lukat gestern gegenüber der AZ.

Untersuchungen zufolge werde sich der Lkw-Verkehr auf Deutschlands Straßen in den kommenden 10 bis 15 Jahren verdoppeln. Dieses Aufkommen könne jedoch nicht durch das bestehende Straßennetz in der Region oder durch einen Ausbau der B 4 aufgefangen werden, meint Lukat. Denn dafür müsste eine komplett neue Planung für die Bundesstraße erstellt werden. „Die einzige Chance ist deshalb die A 39, sie ist dringend notwendig“, bekräftigt der Rathaus-Chef.

Werde die Autobahn als Verbindungsstück zwischen Lüneburg und Wolfsburg nicht gebaut, hätte das eine erhebliche Schwächung des Wirtschaftsstandortes Uelzen zur Folge, befürchtet Lukat. „Das würde bedeuten, dass wir hier abgehängt werden.“ Immer wieder hätten Unternehmen in Gesprächen mit der Stadt Uelzen deutlich gemacht, dass aus ihrer Sicht der Autobahn-Anschluss das entscheidende Kriterium für eine Ansiedlung ist.

Daher bittet Lukat die Bad Bevenser Politiker, sich hinsichtlich der A 39 eindeutig zu positionieren. Die Ratsvertreter sollten prüfen, ob sie grundsätzlich für oder gegen den Bau der Autobahn seien, sagt Lukat. Sein Wunsch: „Sie sollten nicht in fundamentaler Opposition dazu stehen, denn ein Nein wäre fatal.“

Dagegen hatte der Bad Bevenser Stadtrat in der vergangenen Woche erklärt, dass er die Auswirkungen des Autobahn-Baus auf die Kurstadt und vor allem deren Ortsteile Groß Hesebeck und Röbbel nicht akzeptieren werde. Denn Letztere sollen durch die Planungen zerschnitten werden, zudem würde ein Hausbesitzer enteignet. „Der Rat lehnt daher diese Linienführung entschieden ab“, heißt es in der vom Stadtrat verabschiedeten Resolution.

Von Bernd Schossadowski

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