Bad Bodenteich: CDU will Schützenhaus erhalten / Opposition warnt

„Ein Fass ohne Boden“

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Symbolfoto

Bad Bodenteich. Die CDU-Fraktion im Rat Bad Bodenteich möchte mit aller demokratisch legitimierten Macht das 40 Jahre alte Schützenhaus erhalten.

Auch wenn der Rat am späten Donnerstagabend eine Grundsatzentscheidung über die Zukunft des derzeit aufgrund von Sicherheitsmängeln geschlossenen Schützenhauses auf die kommende Woche verschoben hat, unterstrich Frak-tionschef Karl-Hans Firsching den unbedingten politischen Willen der CDU-Mehrheitsfraktion. Dieser mündete in einen Antrag, in dem Firsching und Co. fordern, 85 000 Euro kurzfristig in das laufende Haushaltsjahr aufzunehmen, um die gröbsten Mängel im Schützenhaus schnell und notdürftig zu beseitigen. Sollte der Rat in seiner nächsten Sitzung am 10. April diesem Antrag zustimmen, könnte das marode Gebäude zwar „aufgrund der flickschusterhaften Notlösung kurzfristig wieder geöffnet werden, würde sich aber zu einem finanziellen Fass ohne Boden entwickeln“, beschrieb Jörg Bohnecke die Befürchtung der oppositionellen SPD/GFW-Gruppe.

Hintergrund: Sollte sich der Flecken für eine dauerhafte Nutzung entscheiden, kämen Sanierungskosten in Höhe von 935 000 Euro auf die ohnehin schon finanziell klamme Kommune zu. Darin noch nicht eingerechnet sind die Kosten für eine neue Brandmeldeanlage. Dies musste Architekt Axel Braun am Donnerstagabend auf Nachfrage der SPD/GFW-Gruppe einräumen. Braun war von der Gemeinde beauftragt worden, dem Rat eine „Kostenschätzung und Situationsbeschreibung“ zu geben. Ob Bad Bodenteich diese Millionensumme in Anbetracht der Vorgaben aus dem Entschuldungsvertrag stemmen kann, dürfte maßgeblich von Fördermitteln abhängen. CDU-Bürgermeister Edgard Staßar hofft, dass sowohl die Klimaschutzgesellschaft als auch das Städtebauförderprogramm „angezapft“ werden können. Denn, so Staßar weiter: „Ein Abriss des Gebäudes wird mit keinem Cent bezuschusst. Und solange das Ding geschlossen ist, finden wir keinen Käufer.“

Zur Erinnerung: Das Schützenhaus war zum Ende des Jahres 2012 geschlossen worden, weil weder die Bauaufsicht des Landkreises noch der Kommunale Schadensausgleich einer „dauerhaften Nutzung zugestimmt“ hatten. Grundlage dieser Bewertung waren mehrere Gutachten. Unter anderem hatte das Ing.-Büro Vincke + Müller nach einer Prüfung elektrischer Anlagen und Einrichtungen am 31. Januar 2013 bescheinigt, dass „aufgrund der vorliegenden Mängel ein gefahrloser Betrieb für Dritte nicht möglich ist“. Im Zusammenhang mit diesen fachlichen Einschätzungen hatte es Frank Juchert abgelehnt, als „verantwortungsbewusst agierender Gemeindedirektor eine Vergabe an Dritte zur Nutzung des Schützenhauses vorzunehmen.“

Von Andreas Becker

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