Ausrichter Andreas Matuschak ist empört über Kritik am Uelzener Weihnachtsmarkt

„Ein bisschen Pech gehabt“

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Händler finden, dass ein neues Konzept für den Weihnachtsmarkt nötig ist. Die Politik fordert Ausrichter Andreas Matuschak nun auf, bis zum Jahresende Ideen dafür zu präsentieren.

dib Uelzen. Als „eine wahre Tristesse“ hatte eine Hamburgerin den Uelzener Weihnachtsmarkt bezeichnet. Auch anderen Besuchern war der Markt zu eintönig, ihnen fehlte das Handwerk, sagten sie auf dem Markt und auch in einer öffentlichen Stadtratssitzung.

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Händler klagten über zu wenig Einnahmen und rieten dazu, über ein neues Konzept nachzudenken. Da Andreas Matuschak aus Büchen seit 14 Jahren und auch noch bis zum Ende dieses Jahres für die Ausrichtung verantwortlich ist, sollte er in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Tourismus die Organisation des Weihnachtsmarktes 2014 reflektieren. Doch in erster Linie kritisierte er die AZ dafür, über die negative Stimmung berichtet zu haben.

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„Die Presse schafft Sprengstoff hinein, der überhaupt nicht da hineingehört“, sagte er, vielmehr würde die AZ den Weihnachtsmarkt „kaputtschreiben“. „Ich glaube, dass die Bürger hier verwöhnt sind, betriebsblind geworden sind“, erklärte Matuschak. Doch dann räumte er ein: „Wir hatten letztes Jahr ein bisschen Pech gehabt.“ Händler von zwei, drei Ständen hätten abgesagt. „Wenn die ihre Verträge eingehalten hätten, wäre der Weihnachtsmarkt bis zur Oberkante voll gewesen.“ Dass Beschicker sich erst kurzfristig entscheiden, sei allerdings ein Problem.

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Für Kunsthandwerker rentiere sich der Weihnachtsmarkt in Uelzen nicht, da hauptsächlich Essen und Getränke nachgefragt würden. Und wenn Händler schlechte Erfahrungen machen, spreche sich das über Uelzen hinaus herum. „Ich kann mir jedes Jahr jemand Neues herholen, den ich hier verbrenne“, fand er deutliche Worte. Was die Verteilung der Stände anging, begnügte er sich mit der Begründung, dass andere Plätze in der Innenstadt für den Weihnachtsmarkt nicht vorgesehen seien.

„Ich bin dankbar für Ihre offenen Worte“, sagte Bürgermeister Jürgen Markwardt. Wenn Angebote wie Kunsthandwerk von den Uelzenern nicht angenommen werden, „dann müssen wir das akzeptieren“. Nach einem Vorschlag von CDU-Ratsfrau Silja Eichmann-Bartels könnte künftig ein Stand aufgebaut werden, an dem sich Kindergärten oder Schulen mit dem Verkauf von Selbstgefertigtem abwechseln.

CDU-Ratsherr Dieter Schwutke sagte zum Ausrichter, dass er seines Geldes wert gewesen sei, als noch das Riesenrad und das Tierdorf den Weihnachtsmarkt bereichert hätten. „Ich gehe davon aus, dass Du uns an diesem Jahresende präsentieren wirst, wie es weitergeht.“ Für das Tierdorf spare Matuschak sicherlich 10 000 Euro, betonte Schwutke. „Deine Aufgabe ist, das Ding aufzupeppen, wir haben Dich dafür geholt.“

Von Diane Baatani

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