Gemeinsames Wohnen im Alter: Nachfrage in Uelzen hoch

„Ein Arzt muss in der Nähe sein“

Gemeinschaftliches Wohnen: Petra Heinzel, Leiterin des Uelzener Seniorenbüros, begleitet die Interessenten und gibt Tipps fürs „Wohnen im Alter“. Foto: Jansen

Uelzen. „Warten Sie nicht zu lange“, warnt Christiane Gentner, Initiatorin des privaten Wohnprojekts „ALPHA Wohnprojekt“. Die Info-Veranstaltung zum Thema „Neues Wohnen im Alter“ im Uelzener Rathaus war gut besucht.

„Rechnen Sie mit 10 bis 15 Jahren Planungszeit“, erklärte ein Mann, der auf einem ehemaligen Gehöft in Masbrock ein alternatives Wohnprojekt mit sieben Wohneinheiten in Gang gebracht hat. „Wir suchen noch drei Mitbewohner, die sich einkaufen. “.

Kaufen oder mieten? Nur eine von vielen Fragen, die vor der Planung einer idealen Wohnsituation geklärt sein muss. Petra Heinzel vom Seniorenservicebüro der Stadt Uelzen bietet interessierten Senioren ein Forum. Sie müssen sich die Frage stellen: „Welche Erwartungen habe ich an das gemeinschaftliche Wohnen?“

Jüngere und ältere Menschen kamen bei der Info-Veranstaltung im Rathaus ins Gespräch. Sie hatten schon konkrete Vorstellungen davon, wie und mit wem sie im Alter leben wollen. Andere wiederum wissen zunächst nur, was sie fürchten: den Herausforderungen des Alltags nicht mehr gewachsen zu sein.

In der Regel gilt: Großzügige Wohnungen werden gebraucht, in denen die Fortbewegung mit einem Rollator nicht stört. „Mit breiteren Fluren und Türrahmen“, meint eine ältere Dame. Doch falls ein Wohnberechtigungsschein benötigt wird, darf die Wohnung auch nicht zu groß sein, warnt eine andere Besucherin vor „Höhenflügen“. „Ein Arzt muss in der Nähe sein“, wünscht eine andere Zuhörerin. Sie möchte ohnehin nicht alleine bleiben und will den Kontakt zu jüngeren Menschen suchen.

Doch für ein gemeinschaftliches Wohnen, „muss die Chemie stimmen“, betont Christiane Gentner, deren Gruppe sich inzwischen mehrfach veränderte. Einer früheren Mitstreiterin dauerte der „Kennenlern-Prozess“ zu lange. Sie gesellte sich kurzentschlossen zu einer Lüneburger Wohngruppe.

Kurzfristigere Lösungen zeigte bei der Veranstaltung Ann-Kathrin Seelig, Immobilienfachwirtin bei der Gesellschaft für Wohnungsbau Uelzen, mit ihrem Projekt am Königsberg (die AZ berichtete).

Schon heute können sich 50-Jährige zum „Wohnen für ein langes Leben“ einrichten: Ganz in der Nähe des geplanten Marktcenters, eines Ärztehauses sowie Restaurants, soll der Komplex mit Abstellraum für Rollatoren und Gästewohnung, wenn die Kinder mal zu Besuch kommen, den Bedürfnisse der älter werdenden Generation gerecht werden.

Die Nachfrage ist groß: Bauplanerische Weichenstellungen wünscht sich auch ein Handwerker, der gerne aus dem eigenen Häuschen auf dem Dorf „nach Uelzen in ein Mehrgenerationen-Quartier in der Innenstadt“ ziehen würde.

Von Angelika Jansen

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