Uhlenköperpark: Uelzen will großflächigen Supermarkt fünf Monate nach Bauvoranfrage verhindern

Eigentümer verklagt die Stadt

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Der Eigentümer des Uhlenköperparks will einen SB-Verbrauchermarkt, einen Fachmarkt und weitere Angebote errichten. Um nicht die geforderte Größenordnung zulassen zu müssen, will die Stadt die maximale Größe im Bebauungsplan senken.

Uelzen. Der Eigentümer des Uhlenköperparks hat Klage gegen die Stadt Uelzen erhoben. Der Grund: Fünf Monate nach einer Bauvoranfrage für den SB-Verbrauchermarkt Kaufland hat die Stadt noch nicht reagiert.

Die Mietverträge aller Unternehmen im Erdgeschoss des Einkaufszentrums – außer dem Bäcker und dem Baumarkt – waren bereits gekündigt worden. Die Verwaltung plant unterdessen eine Veränderung des Bebauungsplans, um eine für Kaufland geforderte Supermarkt-Größe von 3750 Quadratmetern nicht genehmigen zu müssen. Der Supermarkt Rewe, der im umstrittenen Marktcenter entstehen soll, soll aus Sicht der Stadt der einzige Markt dieser Größenordnung bleiben.

Wie berichtet, plant der Marktcenter-Investor, die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB), dass Rewe im Marktcenter auf 1200 Quadratmetern im Erdgeschoss eine Feinkost-Abteilung anbietet und im Obergeschoss das komplette Sortiment mit Lebensmitteln und Alltagswaren auf 3600 Quadratmetern. Damit und mit dem übrigen Lebensmitteleinzelhandel in der Stadt Uelzen ist der Bedarf gedeckt, hatte der Stadtrat mit einem Konzept zu diesem Thema im Jahr 2010 beschlossen. Die Regelung war jedoch noch nicht in den Bebauungsplan „Güterbahnhof West“, der sich auf das Gebiet am Uhlenköperpark bezieht, eingearbeitet worden. Nach aktuellem Bebauungsplan wäre im Uhlenköperpark noch eine Verkaufsfläche bis zu 5000 Quadratmetern möglich.

Der bisherige Discounter hatte lediglich 1100 Quadratmeter genutzt, zuvor waren auch schon einmal 2800 Quadratmeter für einen Verbrauchermarkt genehmigt worden.

„Wir haben mit der Anpassung gewartet, um mit dem Eigentümer eine gemeinsame Lösung zu finden, die im künftigen Bebauungsplan abgebildet wird“, erklärt Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull. Würden zusätzlich zum geplanten Rewe noch mehr Märkte dieser Größenordnung entstehen, bestehe die Gefahr, dass an anderer Stelle Lebensmittelmärkte schließen müssen. Die Stadt Uelzen hofft nun, sich mit dem Eigentümer auf einen Kompromiss zu einigen. Trotz laufender Klage will sie dazu die bereits mehrfach geführten Gespräche in der nächsten Woche fortsetzen. Über die Bauvoranfrage habe die Stadt noch nicht entschieden, weil notwendige Unterlagen erst Ende September nachgereicht worden seien.

In der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Umweltschutz und Bauen am Donnerstag, 13. November, um 18 Uhr im Rathaus wird darüber entschieden, ob ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden soll, noch nicht über den Inhalt. Der Verwaltungsausschuss befasst sich anschließend mit einem Aufstellungsbeschluss, der dafür notwendig sei.

Von Diane Baatani

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