Der Ehering im Waschbecken

Und hinter jedem Zimmerschlüssel verbirgt sich eine Geschichte: Beim Aufräumen entdeckt das Personal in Uelzener Hotels viele Kleidungsstücke, aber auch manch ungewöhnliche Hinterlassenschaft. Foto: Pixelio.de

Uelzen/Landkreis. Vergessen wird einfach alles. So lautet der Tenor der Hotelbetreiber im ganzen Landkreis: Bücher, Kleidungsstücke, Schuhe, Schmuck oder auch mal eine Kamera.

Allerdings großartige Überraschungen erleben die Zimmermädchen beim Aufräumen und Saubermachen eines Hotelzimmers nicht. „In erster Linie finden wir Socken und T-Shirts“, sagt Sarah Husemann, Hotelfachfrau und Rezeptionistin im Hotel Deutsche Eiche in Veerßen. Und da kommt bei 36 Zimmern eine ganze Menge zusammen. Socken liegen unterm Bett und irgendwo hat sich auch noch ein T-Shirt versteckt.

Alles wird eingesammelt und den Gästen gegebenenfalls zugeschickt. Manchmal kommen die bereits abgereisten Gäste auch zurück, um die vergessenen Sachen abzuholen. In Beuteln oder Boxen, versehen mit Zimmernummer und Abreisedatum, werden die Fundsachen aufbewahrt, entweder so lange bis sie abgeholt werden, oder die vom Gesetzgeber vorgesehene Aufbewahrungszeit abgelaufen ist. Besonders beeindruckt hat es sie, als ein Gast im tiefsten Winter ein paar Winterschuhe im Zimmer vergessen hat. „Das ist ihm erst aufgefallen, als er schon zu Hause war.“

Seit sechseinhalb Jahren ist Henning Förster Geschäftsführer im Hotel Fährhaus in Bad Bevensen. „In erster Linie bleiben die Dinge des täglichen Lebens wie zum Beispiel Zahnbürste, Shampoo oder andere Badartikel liegen“, erzählt er. Angefangene Shampooflaschen werden im Fährhaus nicht aufbewahrt, alles ab einem Wert von fünf Euro wird archiviert und im Fundsachenraum gelagert.

Bei 92 Betten findet sich auch hier einiges an. „Vor einiger Zeit ist ein Laptop liegengeblieben, die Dame hat es auf der Autobahn bemerkt und sich mit uns in Verbindung gesetzt.“ Sie war sehr erleichtert, dass es gefunden und sicher aufbewahrt wurde. In Absprache mit dem Gast wurde dieser einige Zeit im Hotel verwahrt und dann per Post zugeschickt. Hinterhertelefonieren kommt für den Geschäftsführer des Fährhauses nicht in Frage. „Das ist für uns ein Gebot der Diskretion. Nicht, dass wir den abgereisten Gast in Schwierigkeiten bringen“, sagt Förster augenzwinkernd.

Der Klassiker bei den Dingen, die vergessen werden, sind Handyladekabel. „Da bleibt regelmäßig eins liegen.“ Allerdings ist das Hotel inzwischen auch darauf eingerichtet, den Gästen ein Handyladekabel zur Verfügung zu stellen, wenn sie ihres Zuhause vergessen haben. „Wir haben eine große Auswahl an Ladekabeln, die wir unseren Gästen bei Bedarf zur Verfügung stellen.“

Nach seiner Abreise meldete sich ein besonders aufgeregter Gast in einem Uelzener Hotel. Ihm war sein Ehering ins Waschbecken gefallen. Dieser konnte mit Hilfe eines Klempners aus dem Abfluss gerettet und per Post dem erleichterten Gast zugeschickt werden. In einem anderen Hotel blieb das Schlüsselbund eines Holländers liegen. Dieser bemerkte seine Vergesslichkeit erst viele Autobahnkilometer vom Hotel entfernt. „Wir haben die Schlüssel ordnungsgemäß verpackt und ihm nachgeschickt.“

„Wir finden des öfteren im Schrank vergessene Kleidungsstücke oder Socken, die unters Bett gefallen sind“, erzählt Franziska Kümmel, Rezeptionistin im Hotel Kieferneck in Bad Bevensen. Auch dort werden die Fundstücke, versehen mit Zimmernummer, und dem Vermerk wann und wo gefunden, sicher in einem Fundsachenraum aufbewahrt.

Von Meike Bornemann

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