17-Jährige erleidet Krampfanfall und stirbt / Polizei warnt vor Designerdroge

Mit der Ecstasy-Pille kam der Tod

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Nach dem Konsum der synthetischen Droge Ecstasy ist eine 17-Jährige in Scharnebeck im Landkreis Lüneburg gestorben. Laut aktuellem Drogen- und Suchtbericht starben 1032 Menschen im Jahr 2014 wegen ihres Drogenkonsums. Foto: dpa

Lüneburg/Scharnebeck. Ein Notarzt versuchte noch, das Mädchen zu retten – doch es kam jede Hilfe zu spät: Eine 17-Jährige ist am frühen Sonnabendmorgen im Nachbarlandkreis Lüneburg nach der Einnahme von Ecstasy gestorben.

Der tragische Vorfall nahm am Freitag bei einem Treffen unter Freunden seinen Anfang: Die 17-Jährige hatte am Abend einen 16 Jahre alten Bekannten in Scharnebeck besucht und mit ihm gemeinsam Marihuana konsumiert.

Später, so schildert die Polizei, nahmen beide zusätzlich Ecstasy ein. Während der 16-Jährige nur geringe Nebenwirkungen verspürte, fing die 17-Jährige an zu krampfen. Eine Obduktion hat ergeben, dass der Konsum der Ecstasy-Tabletten ursächlich für ihren Tod war.

Nun warnt die hiesige Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen noch einmal ausdrücklich vor der Einnahme der synthetischen Designerdroge. Es seien Tabletten im Umlauf, deren Nebenwirkungen unter bestimmten Voraussetzungen tödlich sein können.

Synthetische Drogen wie Amphetamine und Ecstasy sowie Crystal gewinnen bundesweit immer weiter an Bedeutung. Laut Drogen- und Suchtbericht 2015 erhöhte sich die Zahl erstauffälliger Konsumenten harter Drogen im Vergleich zu 2013 um fünf Prozent auf 20 120. 1032 Menschen starben demnach im Jahr 2014 wegen ihres Drogenkonsums.

Auch im Landkreis Lüneburg stieg die Zahl der Rauschgiftdelikte von 2013 auf 2014 um 94 auf 528 Fälle. Anders die Zahlen für Stadt und Kreis Uelzen: Hier wurden im vergangenen Jahr laut Kriminalstatistik 276 Rauschgiftdelikte verzeichnet – 44 weniger als noch 2013.

Wie die Polizei gestern mitteilte, untersuchten die Ermittler noch am Wochenende die Wohnung eines bereits wegen Drogendelikten in Erscheinung getretenen 17-Jährigen in Lüneburg und stellte weitere Tabletten sicher.

Die Ermittlungen hinsichtlich der Herkunft dauern an. Der Jugendliche wurde nach seiner Vernehmung in die Obhut Sorgeberechtigter übergeben.

Von Anna Petersen

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