Nach „Alpha“ und „Y“: Verkehr soll stärker verteilt werden

Durchbruch dank neuer Trassen-Idee?

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Die Trassen-Diskussion könnte jetzt Fahrt aufnehmen: Mit einem neuen Vorschlag wären zusätzliche Schienen im Landkreis nicht nötig.

Uelzen/Landkreis. Die Deutsche Bahn erwartet steigende Gütermengen. Deshalb würden mehr Schienenkapazitäten benötigt, sagt das Unternehmen.

Und so wird seit Monaten in einem Dialogforum in Celle um die beste Lösung für die Heidebewohner, für die Wirtschaft und Natur gerungen. Jetzt liegt eine neue Idee auf dem Tisch – entwickelt von Teilnehmern des Dialogforums. Der Vorteil dieser Lösung aus Sicht der Forums-Mitglieder: Es lassen sich mehr Gütermengen abfahren, ohne dass massive Eingriffe in das bestehende Gleisnetz oder Neubautrassen durch den Landkreis Uelzen nötig sind.

Der neue Vorschlag, der auf der bereits diskutierten Alpha-Variante aufbaut: Die Gütermengen werden noch stärker verteilt. So sollen Güterzüge von Hamburg aus künftig nördlich der Elbe über die bislang wenig befahrene Strecke Büchen-Wittenberge bis nach Stendal rollen. Der noch in der Alpha-Variante vorgesehene Ausbau der Bestandsstrecke Hamburg-Uelzen könnte sich damit erübrigen, schildert Friedrich-Karl Bodin von der Bürgerinitiative „Aktionsbündnis für die Ostheide“. Als Teilnehmer des Dialogforums hat er mit Vertretern der Kommunen, Wirtschaft und der Bahn die Idee in einer Arbeitsgruppe entwickelt. Eine Erweiterung der Bestandsstrecke auf vier Gleise gilt als Haken der Alpha-Variante. „Der Ausbau ist teuer und langwierig“, so Bodin. Die Bahn erklärte bereits, dass nicht vor 2030 mit einer Fertigstellung zu rechnen sei, was dem Wunsch der Wirtschaft nach einer schnellen Lösung widerspreche. Anstelle eines Ausbaus könnte bei der neuen Variante ein Überholgleis in Höhe Bienenbüttel ausreichend sein, das schneller zu realisieren wäre, weniger koste und letztlich die Heidebewohner nicht so belaste, sagt Bodin.

Eine stärkere Nutzung der nordelbischen Trasse ist nicht die einzige Verlagerung des Güterverkehrs, die den neuen Vorschlag ausmacht. Züge aus Bremerhaven sollen anteilig über die Strecke Bremervörde -Rotenburg abgefahren werden. Eine dafür benötigte Elektrifizierung der Gleisanlagen ist bereits in der Umsetzung. Anteilig sollen auch Züge statt über die Nord-Süd-Strecke Verden-Nienburg über die bestehende Strecke Bremen-Sagehorn nach Osnabrück rattern.

Reicht diese Verteilung, um die steigende Zahl der Gütermengen aufzufangen? Ist die Lösung wirtschaftlich? Ein gutes Kosten-Nutzenverhältnis ist Voraussetzung für eine Umsetzung – die bisherige Alpha-Variante konnte diese nicht vorweisen. Die zu klärenden Fragen sollen vom jetzt beauftragten Gutachterbüro BVU beantwortet werden. BVU hat bereits für das Forum Untersuchungen zu den Varianten vorgelegt. Bodin erhofft sich baldmöglichst Ergebnisse. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Im November ist die letzte Sitzung des Dialogforums.

Von Norman Reuter

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