Medienabhängigkeit nimmt zu – Uelzener Suchtberater raten Eltern zur Vorsicht

„Dunkelziffer noch viel höher“

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Das Abgleiten in eine Sucht, auch Mediensucht, sei der Versuch sich abzuschotten, so Martina Lapins von der Suchtberatung.

mdk Uelzen/Landkreis. Zwanzig Prozent der 16 bis 19-jährigen Jungen (1,4 Prozent der Mädchen) konsumieren täglich Pornografie im Netz (AZ berichtete). Eine aktuelle Studie der Universität Leipzig bestätigt jetzt, dass rund ein Prozent der Bevölkerung zwischen 14 und 65 Jahren internetabhängig ist.

Das entspricht einer Zahl von etwa 560 000 Menschen. „Die Dunkelziffer ist noch viel höher“, glaubt Martina Lapins, Leiterin der Uelzener Fachstelle für Suchtberatung an der Veerßer Straße. „Auch das, was ich von meinen Kollegen höre, ist alarmierend“, fügt die Beraterin hinzu. Dennoch gibt die Expertin zu bedenken, dass eine Sucht nicht pauschal an Nutzungszeiten festgemacht werden könne. Schließlich gebe es genügend Menschen, die durch ihren Beruf viel im Netz wären. Sie müssen nicht gleich süchtig oder suchtgefährdet sein. Aufgrund der aktuellen Studie rät Lapins insbesondere Eltern erneut zur Vorsicht: „Sie müssen bei ihren Kindern auf Veränderungen achten.“ Denn häufig sei das Abgleiten in eine Sucht schlicht der Versuch, sich abzuschotten. Beruf, Freunde und Hobbies würden vernachlässigt, schildert Lapins. Ratsuchende und besorgte Eltern können sich bei der Uelzener Suchtberatung melden, (05 81) 7 00 93.

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