Dütt und datt up Platt

Rechtschriebung

In de letzten Kolumne heff ik dat „s“ in de Öwerschift vergetten und ut Weltspoordag-Weltpoordag makt. Wat een Bookstabe und een Komma utmakt. Bi Milliarden und Billionen in Zahlen dörfst du dat Komma nich an de verkehrte Stä makt, denn stimmt de Räknung nich.

Is je so, dat Kapital hett de Macht, „Geld regiert de Welt und Knüppell de Hunde,“ heet dat. Hochdütsch: „Auf Erden wird ein jeder Mann, wie er es verdient belohnt, der Reiche sieht sein Hauptbuch an, der arme in den Mond“.

Ümmer wedder denk ik an een Beispiel: Stapelt man „Hundert- Euroschiene“ lose upeenanner sind eene Million etwa good een Meter hoch, de Milliarde wär denn also etwas mehr as een Kilometer hoch. Hett man eene Milliarde und giwt jeden Dag 1000 Euro ut, kann man dorvon 2739 Johr leben. Dormit de Arbeiters ok wat mitreden könnt, und to ehren Recht kamt, sind mal de Gewerkschaften gründ. In uns Grundgesetz ist fastleggt, dat man streiken kann. To de Nazitied wärn de Gewerkschaften verbaden.

Man kann verstahn, wenn man de Gehälter von de Bosse, de Bankdirektoren und Manager von Grootkonzerne süht, oder wat Foodball-Profis vör Gelder kriegt, dat ok de Arbeiter mit Recht mehr Geld heb’n willt. De Arbeiter sind genau so wichtig, as manche Direktoren und Politiker.

Wie brukt in de Demokratie Gewerkschaften. Ohne de können de Arbeiter sik nich behaupten. In Gemeinschaftskunde hebbt se in de School över Gewerkschaften ünnericht worn. „Vadder,“ seggt de lütge Jung, „ick sallt öwer de Gewerkschaften wat schrieben. Wie hebbt dor in Gemeinschaftskunde öwer snackt, heff nich uppasst. Mama heff ik fragt, kannst du mik mal eenen Satz seggen?“

De Vader fööt sick an Kopp, dach nah und meen, jetzt weet ick een: „Die Gewerkschaft ruft die Arbeiter.“ De Jung hett dan Satz upschräben. Annern Dag fragt de Vadder: „Na wat hett de Lehrerin denn to dan Satz seggt?“ „De hett mik utschimpt.“

„Nanu,“ meen de Vadder, „dat wärn doch en gooden Satz, die Gewerkschaft ruft die Arbeiter. Zeig mal wat du schreeben heßt?“ Minsch Jung, wie kannst du blot sün’ dämlichen Fehler maken, wie kannst du nur in dan Satz: „Die Gewerkschaft ruft die Arbeiter,“ ruft mit „Pf“ schrieben, denn heet dat je; die Gewerkschaft rupft die Arbeiter, du Dööskopp, du mößt noch wör’k in’ Nacken he’m.“

Kiek, so kann dat „P,“ also nur een Bookstabe in de Rechtschriebung, sünne Bedüüdung hem. Sogor dat Komma is wichtig! In Telegramm bi de Polizei, hett dat bi eene Fastnahme heeten: „Verhaften, nicht laufen lassen.“ Aber schreeben har man: „Verhaften nicht, laufen lassen.“ So kööm he free und dat blot, weil dat Komma an de verkehrte Stä stünd. Carl-Friedrich Bautsch lebt in Groß Hesebeck und ist Plattschnacker aus Leidenschaft.

Von Carl Friedrich Bautsch

Kommentare