Dütt und Datt up Platt

De Bundestagswahl

Is wedder sowiet Bundestagswahl. Hüt is dat Wichtigste in Bundestag, dan politischen Gegner schlecht maken. Ick glöw, de sökt Dage lang dornah, üm eenen wat antohängen. Dat Thema wat ansteiht ist oft nich so wichtig.

Wie alle söllt wählen gahn, dat is je ok richtig! De Demokratie is de beste Regierungsform. 68 Johr is nu all Freeden in Dütschland. Jeden drüttden Dag brukt man in Dütschland nich to arbeiten. Nich 52 Sünnabends und 52 Sünndags, dorto 12 tosätzliche gesetzliche Fierdage und Urlaub, geiht dat uns wirklich schlecht?

Alle könnt, wenn se to Wahl gaht, mit ehr Stimm sik ehre Kandidaten utsöken. Frag mik blot, wenn man de Bundestags-Sitzung in Fernsehn sik ankiekt, wo sind door de Abgeordneten? Fast leer is oft de Bundestagssaal. Wie Bürger söllt to Wahl gahn, worüm drückt de sik de Abgeordnete üm de Abstimmung?

In Wahlveranstaltungen ward mehr doröber snackt, wat de anderen Partein vör Fehler makt hebt, as öwer de Tokunft. Wat west is, is vörbi, door kannst nix mehr an maken. Nur de Tokunft is wichtig!

Bundespräsident v. Weizsäcker het mal seggt: „Bei uns ist ein Berufspolitiker im allgemeinen, weder ein Fachmann noch ein Dilettant, sondern ein Generalist in Spezialwissen wie man seine politischen Gegner bekämpft.“ Het he nich recht?

Groode Debatten giwt dat öber de Asylanten, dor mutt uk holpen warn.

Ik find alle Staaten sind stolz up ehr Land. De Pole singt: „Noch is Polen nicht verloren,“ de Franzose seggt: „Vive la france,“ de Engländer „Gott save ouer Queen.“ De Amerikaner fat sik ant Hatt, wenn se de Nationalhymne singt.

Bi uns heet dat: „Einigkeit und Recht und Freiheit, für das deutsche Vaterland,“ ok wenn dat Wort Vaterland mancheen all nich mehr passt. So ganz verkehrt is dat Gedicht, wat ick in de School lehrn möss, von Bogislav von Sellchow nich: „Ich bin geboren deutsch zu fühlen, bin ganz auf deutsches Denken eingestellt, erst kommt mein Volk, dann all die andern vielen, erst meine Heimat, dann die Welt!“

Wie brukt de Demokratie, wie brukt unsere Bundesrepublik Dütschland, ok Europa! Eenmal in fiev Johr is Bundestags-Wahl, und dor mutt man na Wahl gahn! Wenn ik an de Oper in Hamborg, de Bahnhoff von Stuttgardt und dan Flughafen von Berlin denk, kann ik nur empfehlen: „Wählt eenen ehrlichen Kandidaten, kiekt em jük an, frag em ob he ok sporn’ kann, wennt geiht, Platt ok noch versteiht!“

Ok wenn de Amerikanische Präsident Reagen mal seggt hem sall: „Politiker löst keen Problem, sie sülbmst sind dat Probem.“ Wählen möt wi jüm doch.

Carl-Friedrich Bautsch lebt in Groß Hesebeck, ist ein Kenner der hiesigen Geschichte und Plattsnacker aus Leidenschaft.

Von Carl Friedrich Bautsch

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