Derzeit noch genügend Kräfte in Niedersachsen

Rettungsdienste: Droht ein Mangel an Helfern?

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Aktuell sind die Rettungsdienste noch gut aufgestellt. Das könnte sich aber bald ändern, fürchten Experten. Hier ein Bild von der Großübung in der vergangenen Woche am Uelzener Bahnhof.

dpa Hannover. Mehr Einsätze, dazu umfangreiche Weiterbildung, wie vom Gesetz gefordert – so sieht es bei den Rettungsdiensten aus. Noch gibt es in Niedersachsen keinen Mangel an Helfern, die Rettungsdienste sind gut aufgestellt. Das könnte sich ändern, warnen etwa die Johanniter.

„Es kann nicht von einem Mangel gesprochen werden“, sagt Matthias Eichler, Sprecher des Innenministeriums in Hannover jetzt. „Natürlich war die Situation auch wegen der Flüchtlinge angespannt, aber in Niedersachsen wird der Bedarf an Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitätern gedeckt.“

Jedes Jahr werden in Niedersachsen bis zu 750 neue Einsatzkräfte ausgebildet. Davon seien 400 Rettungssanitäter und 350 Notfallsanitäter, erklärt Kersten Enke, Leiter der Johanniter-Akademie in Hannover. Die Ausbildung zum Rettungssanitäter dauere 520 Stunden. Das seien dann die Fahrer der Rettungswagen oder Einsatzführer auf den Krankenwagen.

Bislang mussten die Rettungsassistenten eine zweijährige Ausbildung mit 2800 Stunden durchlaufen, die Notfallsanitäter eine dreijährige Ausbildung mit 4600 Stunden. Doch bis Ende 2020 müssen laut Notfallsanitätergesetz alle Rettungsassistenten nach einer aufwendigen Weiterbildung eine staatliche Prüfung als Notfallsanitäter ablegen, wenn sie weiter entsprechend eingesetzt werden wollen. „Sonst können sie nicht mehr als Einsatzführer auf dem Rettungswagen eingesetzt werden“, erklärt Enke.

Auch er bestätigt, dass man in Niedersachsen noch gut aufgestellt sei. Landesweit seien bereits mehr als 1200 früher als Rettungsassistenten eingesetzte Kräfte aller von dem Gesetz betroffenen Organisationen zu Notfallsanitätern weitergebildet worden. Dazu gehörten neben den Johannitern auch Feuerwehr, Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches Rotes Kreuz, Malteser, kommunale Träger und Firmen. Derzeit gebe es landesweit noch rund 4000 Rettungsassistenten, so Enke.

„Wir sind in der Weiterqualifizierung von Rettungsassistenten in Niedersachsen schon recht weit“, sagt Enke. Dennoch erwarte man schon mittelfristig einen Personalmangel, warnt er. „Der Bedarf steigt. Es gibt aber noch relativ wenig Ausbildungsplätze.“ Dazu komme der demografische Wandel: Es gibt immer mehr ältere Menschen, und damit immer mehr Einsätze. Auch die Migranten und der damit verbundene nicht eingeplante Bevölkerungszuwachs führten zu einem gewissen Anstieg der Einsatzzahlen, so Enke.

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