Kritik am neuen Schulgesetz: Arbeitskreis verteilt über 2000 Protest-Postkarten in Uelzen

Droht HEG und LeG das Aus?

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Kultusministerin Frauke Heiligenstadt plant, die Gesamtschule als ersetzende Schulform zu definieren. Das stellt aus Sicht des Uelzener LeG-Elternratsvorsitzenden einen „Angriff“ auf die klassischen Gymnasien dar.

Uelzen. Der Schulelternrat des Lessing-Gymnasiums (LeG) startet den nächsten Schritt im Protest gegen das geplante Schulgesetz der Landesregierung. So wurden in Uelzen über 2000 Postkarten mit der Aufschrift „Wir sind für den Erhalt differenzierter Schulformen“ verteilt.

Diese können direkt an die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt verschickt werden. Mit dem Zusatz „Der neue Gesetzentwurf führt zu einer Schwächung des Gymnasiums. Ich bitte um Stellungnahme!“ werden Eltern dazu angeregt, die Ministerin auch um eine direkte Reaktion zu bitten.

Dirk Jaskolla

Initiiert hat die Protestaktion der Arbeitskreis der Elternräte, dem neben dem LeG und dem Herzog-Ernst-Gymnasium (HEG) neun weitere Gymnasien etwa aus Lüneburg, Salzhausen und Winsen/Luhe angehören. Nach Angaben von Dr. Dirk Jaskolla, Vorsitzender des LeG-Schulelternrats, wollen andere Arbeitskreise in Göttingen, Braunschweig, Bremen, Hannover und Ostfriesland die Idee übernehmen. Man sei sich einig, dass mit der geplanten Gesetzesnovelle Gymnasien nicht durch Gesamtschulen ersetzt werden dürften.

„Nach dem geplanten Schulgesetz hat der Schulträger die Möglichkeit, die bestehenden Gymnasien durch Gesamtschulen zu ersetzen, so wie er auch in Uelzen keine Realschule mehr unterhält, sondern nur noch eine Oberschule“, erläutert Jaskolla. „Es kann nicht sein, dass dadurch die Gymnasien abgeschafft werden können“, sagt er im AZ-Gespräch. Auch den Wegfall einer schriftlichen Schullaufbahnempfehlung am Ende der Grundschulzeit kritisiert Jaskolla, denn dadurch fehle insbesondere den Eltern eine qualifizierte Orientierungshilfe für die weiteren Entscheidungen. Als dritten Punkt benennt er die Abschaffung von Noten und eindeutigen Bewertungen, wie es in der Schulgesetzreform für Grundschulen vorgesehen sei. Das nehme den Eltern weitere Orientierung.

Auf zwei Protestschreiben im Januar und Februar an die Kultusministerin (AZ berichtete) hat der Vertreter der Eltern des LeG bislang noch keine Antwort erhalten. „Damit verweigert sie über 1000 Eltern eine Antwort auf sehr konkrete Frage“, beklagt er.

Von Diane Baatani

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