Anklage wegen Widerstand gegen Polizei: 34-Jähriger randaliert vor Notdienst-Apotheke

Drogenbesteck für die Oma

dib Uelzen. Eine 28-jährige Uelzenerin soll einem Sicherheitsmitarbeiter der Eisenbahngesellschaft Metronom in die Hand gebissen haben.

Außerdem sollen sie oder ihr 34 Jahre alter Freund einem weiteren Angestellten im Zug auf der Fahrt von Uelzen nach Bad Bevensen in die Wade getreten und angedroht haben, einen der Mitarbeiter abzustechen.

Ob das tatsächlich geschehen ist, kann das Amtsgericht Uelzen den beiden Angeklagten nicht nachweisen. Daher wurde das Verfahren in diesem Fall eingestellt. Offen blieben jedoch eine Reihe von Anklagen: Mehrere Diebstähle und Widerstand gegen Polizeibeamte beim Kauf von Drogen-Spritzbesteck in einer Apotheke.

An zweien der Diebstähle war die 28-Jährige beteiligt, die nach eigenen Angaben seit ihrem 15. Lebensjahr Drogen nimmt. Ihr Fall wurde gestern von dem ihres Freundes abgetrennt. Sie wurde wegen der Diebstähle von Drei- und Vier-Liter-Flaschen Whiskey zu einer Gesamtgeldstrafe von 450 Euro verurteilt.

Die Verhandlung gegen ihren Freund ist noch nicht beendet. Sie wird am 17. November fortgesetzt, da für einen Vorfall an einer Apotheke an der Schuhstraße eine weitere Zeugen geladen werden soll. Laut Anklage hat der 34-Jährige am 18. Mai nach dem Stadtfest mit Bekannten zusammen die Notdienst-Apotheke aufgesucht, um Spritzen zum Drogenkonsum zu kaufen. Ein Polizeibeamter, der von der Apothekerin hinzugerufen wurde, erklärte in seiner Vernehmung, die Männer hätten erklärt, sie benötigten das Besteck „für ihre Oma oder ihren Opa“. „Das war unglaubwürdig“, schilderte er. Die Männer hätten sich komisch verhalten und der Polizeibeamte hätte versucht, den 34-Jährigen zurückzudrängen. Im weiteren Verlauf sei von dem offenbar zusammengehörenden Grüppchen an der Schuhstraße eine Bierflasche in die Richtung der Polizisten geworfen worden. Es sei gepöbelt worden und schließlich hätten die Beamten den 34-Jährigen in Gewahrsam genommen.

Dessen Anwalt Ulrich Albers wollte wissen, warum die Polizei nicht beim Kauf der Spritzen vermittelt habe. Der Angeklagte sei als Drogenabhängiger bekannt. Damit sich die Menschen nicht infizieren, sollte ihnen das Besteck gegeben werden. „Als Ordnungsmacht waren sie doch da, dann konnten sie das doch regeln.“ Der Zeuge erklärte verärgert: „Dann muss sich das Gegenüber auch so benehmen, dass man das regeln kann.“

Von Diane Baatani

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare