Wettkampf der Rasenmähertrecker in Klein Pretzier: Team Sommerringen veranstaltet High-Speed-Rennen

Dröhnende Motoren und staubige Pisten

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Rasenmähertrecker ohne Rasen: Auf der staubigen Piste in Klein Pretzier brachten die Maschinen bis zu 80 Stundenkilometer Geschwindigkeit auf.

bl Klein Pretzier. Das gemütliche Dahingleiten mit einem Rasenmäher-Trecker über einen grünen Grasteppich als Vorgarten-Idyll konnte man am Wochenende glatt vergessen.

Auf dem Uhlenköper-Ring bei Klein Pretzier donnerten tollkühne Männer und Frauen mit ihren knatternden Kisten über staubige Sandpisten und kämpften um jeden Zentimeter Boden. Es galt, als Erster am Ziel zu sein und nicht etwa einen gepflegt kurz gehaltenen „englischen“ Rasen hinter sich zu lassen.

Die Teilnehmer des Rennens kitzelten aus den Rasenmähertreckern Höchstleistungen heraus.

Apropos englisch. Den Insulanern wird das „Erfinden“ des Wettrennens mit Rasenmähern nachgesagt, das die Ostfriesen in den 90er Jahren auf Dorffesten verfeinerten und erstmals in Deutschland mit den Aufsitzern erste Pokale ausfuhren. Die „Formel R“ entwickelte sich immer weiter. Dröhnende Motoren, Positionskämpfe und Geschwindigkeiten bis zu 80 Stundenkilometern. Das Team Sommerringen aus der Nähe von Lingen (Ems) war bis gestern an zwei Tagen Veranstalter eines High-Speed-Rennens mit packenden Zweikämpfen und heißen Drifts.

Gefahren wurde mit mehreren Punkteläufen in den Klassen bis 13 PS, in der Damenklasse, in der Standardklasse bis zu 25 PS und in der Offenen Klasse. Hubraumerhöhungen über das Maß von 750 ccm waren untersagt. Vorgeschrieben hingegen ein Originalchassis als Basis und Original Rasentraktor- oder Industriemotoren mit horizontalem oder vertikalem Antrieb.

Die Offene Klasse wird als Königsklasse angesehen und hat, wie auch am Wochenende, in der Regel die meisten Starter. Hier können sich Schrauber nach Herzenslust austoben und aus den Motor Höchstleistungen herauskitzeln.

Als Schutzkleidung sind für die Fahrer knöchelhohe Schuhe oder Stiefel sowie Helme und ein Genickschutz vorgeschrieben. Ansonsten sollte wie bei allen Rennen der gesunde Menschenverstand eingeschaltet bleiben. Die Rennstrecke selbst war in allen Klassen so angelegt, dass neben der Geschwindigkeit auch geschicktes Fahren und Können am Steuer gefragt waren. Spitzkehren, Schikanen und kleine Sprünge verlangten Aufmerksamkeit, das Beherrschen von Kurventechniken und ein ausgereiftes Spiel mit den Gas- und Bremspedalen.

Von Ulrich Bleuel

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