Ein letztes Mal ans Meer...

DRK, Hospiz und Palliativnetz erfüllen todkranken Menschen Herzens-Wünsche

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Initiatorin Inka Franke vor dem für „Wunschmomente“ vorgesehenen Bereitschaftswagen. Dieser ist voll ausgestattet und ermöglicht eine Transport im Liegen oder Sitzen. Zudem bietet er Platz für einen Angehörigen und medizinisches Fachpersonal.

Uelzen. Ein Eis im Lieblingscafé genießen, ein Ausflug an die Ostsee oder in den Heimatort: Was für viele von uns nur Kleinigkeiten sind, ist für unheilbar Kranke oftmals ein Wunsch, dessen Erfüllung höchst problematisch oder gar unmöglich ist.

In Uelzen haben sich jetzt die DRK-Bereitschaft, das Hospiz am Stadtwald und das Palliativnetz auf die Fahne geschrieben, dies zu ändern. Mit dem jetzt angelaufenen Projekt „Wunschmomente“ wollen sie todkranken Menschen, die im Palliativnetz betreut werden, ihre letzten Wünsche erfüllen.

Die Initiative zu diesem Programm ging von der Krankenschwester Inka Franke und Dr. Marina Heinze, Ärztin für Palliativmedizin und auch Mitglied im Palliativverein, aus. „Ich habe mir immer gedacht, dass es doch möglich sein muss, solche Wünsch zu erfüllen“, schildert Franke, die lange als Palliativschwester tätig war. Sie habe während dieser Tätigkeit schon „klein angefangen“, etwa die Krankenbetten ins Freie geschoben. „Die strahlenden Gesichter der Erkrankten und ihrer Angehörigen, wenn Wünsche erfüllt werden – das ist ein sehr befriedigender und erfüllender Job“, sagt Franke.

Zusammen mit Dr. Marina Heinze machte sich Franke schließlich auf die Suche nach Unterstützern – und fand das Hospiz am Stadtwald, die DRK-Bereitschaft und das Palliativnetz. Heinze: „Ich habe die Idee bei der Versammlung des Palliativvereins vorgestellt und es fand unglaubliche Zustimmung.“ Der Verein sagte sogleich finanzielle Unterstützung zu.

Die gleiche Reaktion rief die Idee beim DRK hervor. „Auf Anhieb haben sich 20 Ehrenamtliche gemeldet“, erinnert sich Meike Karolat vom DRK.

Unter ihnen auch Markus Spohn, der bereits seit Jahren im Rettungsdienst tätig ist und so viel Kontakt zu unheilbar kranken Menschen hatte. „Das sind Schicksale und Lebenssituationen, die mich sogar stärker berühren als etwa Unfälle“, erklärt Spohn seine Motivation.

Um etwas Trost zu spenden, werden er und seine ehrenamtlichen Kollegen nun also künftig mit einem vollausgerüsteten DRK-Bereitschaftswagen Ausflüge mit den unheilbar kranken Menschen unternehmen. Medizinisches Fachpersonal begleitet die Fahrten und auch ein Angehöriger kann auf Wunsch mit dabei sein und zur Seite stehen.

Wünsche können ab sofort an die DRK-Bereitschaft Uelzen, (0581) 9032270 oder bereitschaft@drk-uelzen.de, herangetragen werden. Dort werden sie geprüft und so schnell wie möglich von den Ehrenamtlichen in die Tat umgesetzt. Dafür müssen sie allerdings innerhalb einer Tagesfahrt erreichbar sein.

Von Steffen Schmidt

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