9500 Zuschauer erleben einen tollen Elton John

Drei Schwestern aus Ebstorf und ein Superstar

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Uelzen. Rosi, Kerstin und Beate sind hin und weg, als Elton John „Sorry seems to be the hardest word“ singt. Mit geschlossenen Augen wiegen sich die drei Schwestern aus Ebstorf und Luzern im Takt der Musik.

Kerstin ist extra aus der Schweiz in ihre alte Heimat Uelzen gereist. In der Alpenrepublik arbeitet sie als OP-Schwester. Als klar war, dass der englische Megastar nach Uelzen kommt, war auch für Kerstin Kruse klar, dass sie bei diesem „OpenR“ dabei ist. „Wie so ein kleiner Mann so eine grandiose Stimme haben kann. . . “, sagt Schwester Rosi Barenscheer. „So einen Star einmal live in Uelzen zu sehen, das ist schon etwas Besonderes. Das werden wir wohl nicht wieder erleben“, sagt Ehemann Hans Barenscheer.

Der Weltstar am Klavier.

Das haben sich wahrscheinlich rund 9500 Besucher ebenfalls gedacht, als sie sich Tickets für das Konzert gekauft haben. Das Publikum ist bunt gemischt. Viele sind aus der Generation wie der Star selbst. Der ist 69. Aber auch etliche jüngere und Teenager sind im Publikum. Schließlich sind viele von Elton Johns Songs Welthits.

Aber das Uelzener Publikum braucht seine Zeit, bis es so richtig in Wallung kommt. „Die Uelzener nehmen erst in der zweiten Halbzeit richtig Fahrt auf“, weiß Beate Kerber, die dritte der Schwestern in der ersten Stehplatzreihe.

So ist es: Als der Star „Candle in the wind“ am schwarzen Flügel anstimmt, gehen die Beleuchtungen der Handys an. Vor Jahren wurden zu so etwas die Feuerzeuge aus den Taschen geholt. Auf den Tribünen werden die Smartphones geschwenkt. So richtig dunkel ist es da noch nicht, aber das stört niemanden. Man erfreut sich auch am tollen Wetter.

Apropos: „Das Wetter ist der Hammer“, sagt Veranstalter Ulrich Gustävel. In den Tagen davor sah es so aus, als drohe auf dem Albrecht-Thaer-Gelände eine Schlammschlacht wie 1969 beim legendären Woodstock-Festival. Das bleibt dem OpenR erspart, und Ulrich Gustävel war die Erleichterung anzusehen. „Alles läuft, ich kann nichts mehr machen.“ Konnte er auch tatsächlich nicht. Die englische Crew des Künstlers hatte auf dem Gelände das Sagen.

Wenig Probleme hatten Polizei und Rettungskräfte. „Wir hatten zwölf Behandlungen“, sagt Meike Karolat, Sprecherin des DRK-Kreisverbands. Der war mit 40 Einsatzkräften vor Ort. Auch die Polizei hatte keine besonderen Vorkommisse zu berichten. Nur: Nach dem Konzert brach rund um das Festival-Gelände ein Verkehrschaos los. Nichts ging mehr auf der Albrecht-Thaer-Straße.

Heute (Deutschrock) und morgen (Roland Kaiser) geht es weiter beim OpenR.

Von Jens Schopp

Uelzen feiert Elton John

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