Königsberg: gwk investiert eine Million Euro für ein neues Zentrum mit Wohncafé, Tagespflege und Arztpraxen

Ein Drehscheibe für Kontakte und Betreuung

In dem ehemaligen Aldi am Königsberg werden ein Wohncafé und eine Tagespflege eingerichtet. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Einen Magneten für Anwohner und für alle anderen Uelzener möchte die Gesellschaft für Wohnungsbau des Kreises Uelzen (gwk) am Königsberg schaffen.

Dazu hat sie den ehemaligen Einkaufsmarkt in dem Stadtviertel gekauft und wird ihn bis spätestens Herbst 2013 umbauen, erklärt Geschäftsführer Ronald Schack. Eine knappe Million Euro investiert die gwk in ein Projekt, das ein Freizeit-Programm sowie Pflege und Therapien anbieten soll. Familien, Alleinstehende und Senioren werden gleichermaßen angesprochen und können in dem neuen Zentrum Kontakte knüpfen, kündigt Schack an.

Rund 37 Prozent der Anwohner am Königsberg sind über 65 Jahre alt, betont gwk-Aufsichtsratsvorsitzender Claus-Dieter Reese. Im Landesdurchschnitt seien es nur 23 Prozent. Damit die rund 1800 Bewohner möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden und somit in ihrem sozialen Umfeld bleiben können, plane die gwk das Dienstleistungszentrum.

Auf rund 600 Quadratmetern werden ein Nachbarschaftstreff, eine Tagespflege und zwei Praxen entstehen. Der Treff, ein so genanntes Wohncafé, wird von Sozialpädagogen der Johanniter-Unfall-Hilfe betreut. Es gebe kein starres Konzept, betont Samantha Brinkwirth, Fachbereichsleiterin für Soziale Dienste bei den Johannitern im Regionalverband Harz-Heide. Das Programm solle sich nach den Bedürfnissen der Anwohner richten. Ob sich dort beispielsweise junge Menschen zum Frühstück verabreden oder Senioren zum Kaffeetrinken, Spielen oder anderen Aktivitäten, werden die Mitarbeiter ermitteln. Das Zentrum solle „mit Leben und Engagement gefüllt werden“, sagt Schack.

Im Rahmen dieses neuen Projekts will die gwk auch mit den anderen Einrichtungen am Königsberg stärker zusammenarbeiten, zum Beispiel mit dem Katharina-von-Bora-Haus. Da der Kindertreff am Königsberg voraussichtlich in die Lucas-Backmeister-Schule verlagert wird, setzt sich die gwk auch für eine weitere Betreuungsmöglichkeit von Kindern ein. In dem neuen Zentrum sei auch eine Hausaufgaben-Betreuung möglich, schlägt Brinkwirth vor.

In der Einheit für Tagespflege können zeitgleich zwölf Personen von Mitarbeitern der Johanniter betreut werden. Angehörige können somit stunden- oder auch tageweise entlastet werden. Und wer aus dem Krankenhaus nach Hause zurückkehre, können dort die Anschluss-Pflege erhalten. Zudem können sich Uelzener dort rund ums Thema Pflege beraten lassen.

Zwei Praxen können ebenfalls in das Zentrum mit einziehen, ob Physio- und Ergotherapie oder eine andere medizinische Richtung, stehe noch nicht fest. Das Zentrum soll keine Konkurrenz zu anderen Einrichtungen bieten, sagt Hans-Joachim Halbach, Vorstand des Regionalverbandes der Johanniter. Viel mehr möchte er damit eine „Lücke schließen“.

Von Diane Baatani

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