Ministerium: Derzeit keine Uelzen-Pläne / Stadt bleibt bei Vorbereitungen

Drehkreuz für Flüchtlinge an Uelzens Bahnhof vom Tisch?

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Von Bayern über Uelzen in den gesamten Norden – dieser Plan für die Verteilung von Flüchtlingen scheint ad acta gelegt.

Uelzen. Uelzens Hundertwasser-Bahnhof als Drehkreuz für die Verteilung von Flüchtlingen in die norddeutschen Bundesländer – für Bürgermeister Jürgen Markwardt war ein Szenario mit mehreren Flüchtlingszügen täglich in der letzten Woche äußerst wahrscheinlich (AZ berichtete).

Überlegungen für die Entzerrung der Personenströme am Bahnhof wurden angestellt und Ortsbegehungen gemacht. Seit gestern stellt sich die Lage komplett anders dar: „Es ist derzeit nicht geplant, dass Uelzen künftig zur festen Ankunftsstation für Flüchtlinge wird“, teilte ein Sprecher des Landesinnenministeriums der AZ mit.

In der Ratssitzung am Montag hatte Bürgermeister Jürgen Markwardt zum Thema Drehkreuz ebenfalls betont, dass es weitere Kandidaten gebe und die Entscheidung des Innenministeriums noch ausstehe. Aber sollte Uelzen am Ende das Drehkreuz für die Verteilung werden, müsse man mittlerweile mit zwei bis vier, in der Spitze mit bis zu sieben Flüchtlingszügen pro Tag rechnen – die Flüchtlingszahlen hätten sich allein in den letzten Tagen verdoppelt. Auf dieses Geschehen bereite man sich auch nach der gestrigen Mitteilung des Innenministeriums weiter vor, so Markwardt.

Auf die Stadt kämen bei einer Entscheidung für Uelzen erhebliche bauliche und logistische Aufgaben zu. Um die Situation am Bahnhof zu entzerren, müsste entweder auf dem Albrecht-Thaer-Gelände ein Behelfsbahnsteig entstehen oder die ehemalige Paketpost hergerichtet werden. Außerdem würden Unterkünfte benötigt, damit nachts ankommende Flüchtlinge hier eine Nacht schlafen könnten.

Hintergrund der Drehkreuz-Frage ist, dass Niedersachsen so einen Verteilpunkt im Auftrag des Bundes einrichten soll. Und spätestens seit der ursprünglich hierfür angedachte Bahnhof Oerbke (Heidekreis) als nicht geeignet eingestuft wurde, gehörte Uelzen zur engeren Wahl.

Von Steffen Kahl

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