Douglas-Bande: Staatsanwaltschaft ermittelt erneut / Revision beschäftigt Generalbundesanwalt

Weiterhin ein Fall für die Juristen

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Anfang des Jahres in Handschellen, seit dem Urteilsspruch auf freiem Fuß: Robert K. war im vergangenen April zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Der Fall beschäftigt derzeit den Generalbundesanwalt.

Uelzen. Eine Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern der sogenannten Douglas-Bande und einem ehemaligen Kiosk-Besitzer im Uelzener Bahnhof beschäftigt weiterhin die Staatsanwaltschaft Lüneburg.

An dieser Rangelei im vergangenen August in dem Kiosk am Hinterausgang des Hundertwasser-Bahnhofs war nach bisherigem Ermittlungsstand eine Gruppe Jugendlicher beteiligt – unter anderem junge Männer, die bereits unter Bewährung stehen und auch nach diesem Vorfall noch auf freiem Fuß sind. „Unter diesen Verdächtigen sind auch Beschuldigte, die wir aus den Urteilen kennen“, räumt Angelika Klee, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, ein. „Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. “.

Derzeit werde geprüft, ob die Polizei noch weitere Untersuchungen durchführen müsse. „Es ist auch noch nicht geklärt, welcher Person was nachzuweisen ist“, so Klee. Gegen die Verdächtigen werde wegen Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung ermittelt, da sie im August im Laufe einer Auseinandersetzung den Kioskbesitzer beleidigt, provoziert, geschubst und geschlagen haben sollen, wie Dieter Klingforth, Leiter des Polizeikommissariats Uelzen, damals auf AZ-Nachfrage erklärt hatte.

Vier junge Männer aus der Douglas-Bande waren im vergangenen Mai wegen versuchter besonders schwerer räuberischer Erpressung beziehungsweise gefährlicher Körperverletzung zu Haftstrafen zwischen einem Jahr und vier Monaten sowie drei Jahren veruteilt worden. Für drei von ihnen wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt, der vierte im Bunde war ohne Bewährung verurteilt worden und am 30. August seine Haftstrafe angetreten.

In einem anderen Verfahren war im April wegen gefährlicher Körperverletzung ein Urteil gegen zwei weitere Mitglieder dieser Bande gesprochen worden: zwischen zwei Jahren und sechs Monaten sowie drei Jahren Haft. Im August hatten die Anwälte der beiden Beschuldigten, Ismail N. und Robert K., eine Revisionsbegründung beim Landgericht eingereicht, mit der sich nun der Generalbundesanwalt und anschließend der Bundesgerichtshof befasst. Derzeit liegen die Unterlagen noch beim Generalbundesanwalt, sodass mit einem Ergebnis erst im neuen Jahr zu rechnen ist.

Solange im Bundesgerichtshof keine Entscheidung fällt, gilt das Urteil nicht als rechtskräftig und die beiden jungen Männer, die während des Prozesses rund neun Monate in Untersuchungshaft saßen, befinden sich auf freiem Fuß.

Die Douglas-Bande wurde so genannt, weil sich die Angeklagten oft vor der gleichnamigen Parfümerie getroffen hatten.

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