Douglas-Bande: BGH verhandelt Revision im Mai / Ismail N. endgültig in Haft

Zweite Chance für Robert K.

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Bilder eines spektakulären Verfahrens: Robert K. in den Händen der Justiz (l.), Tatortbegehung in Uelzen (M.), Ismail N. mit Anwalt Schaar.

Uelzen. Endgültiges juristisches Aus für Ismail N. – neue Chance für Robert K. vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Während das oberste Gericht der Bundesrepublik Deutschland – und damit die letzte Instanz in Zivil- und Strafverfahren – die von Ismail N. eingelegte Revision abgeschmettert hat und der 20-Jährige jetzt definitiv seine dreijährige Haftstrafe antreten muss, hat Robert K. für den 28. Mai eine Ladung nach Karlsruhe bekommen. Dort entscheidet das BGH in mündlicher Verhandlung über die von Robert K. ebenfalls eingelegte Revision.

„Jetzt haben wir auf alle Fälle einen Fuß in der Tür“: Rechtsanwalt Volker König und Robert K.

Rückblende: Am 26. April 2012 werden die beiden Mitglieder der Douglas-Bande vor dem Landgericht Lüneburg wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren (Ismail N.) beziehungsweise zwei Jahren und sechs Monaten (Robert K.) Haft verurteilt. Das Landgericht befindet die beiden Heranwachsenden für schuldig, im Juli 2011 in der Innenstadt von Uelzen einen 41 Jahre alten Mann bei einer nächtlichen Auseinandersetzung mit einer Bierflasche und Fußtritten schwer verletzt zu haben. Kurz nach dem Urteilsspruch kündigen die beiden Verteidiger von Ismail N., der Kieler Rechtsanwalt Martin Schaar, und Robert K., der Uelzener Rechtsanwalt Volker König, Revision an. Da das Urteil erst rechtskräftig ist, wenn über die Revision entschieden wird und nach Ansicht des damaligen Richters Axel Knaack „keine Fluchtgefahr besteht“, dürfen die beiden jungen Männer vom Gerichtssaal direkt nach Hause.

Zahlreiche AZ-Berichte zur "Douglas-Bande"

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Während das BGH im April 2013 „beim Nachprüfen des Urteils keinen Rechtsfehler“ im Verfahren gegen Ismail N. festgestellt hat, darf Volker König mit seiner eingereichten „formelle Rüge“ im Verfahren gegen seinen Mandaten Robert K. vorerst einen Erfolg verbuchen. „Das ist spannend und dürfte unter Deutschlands Strafverteidigern großes Interesse auslösen. Denn normalerweise werden Revisionen vom BGH verworfen“, sagte König gestern Nachmittag gegenüber der AZ. „Wir haben jetzt auf alle Fälle wieder einen Fuß in der Tür. Mal schauen, wie das ausgeht – zumal die Beweislage eh’ recht dünn.“ Königs „formelle Rüge“ bezieht sich offenbar auf einen nicht ordnungsgemäßen Gesprächsablauf im Anschluss an die Belehrung Robert K’s. vor einer Jugendrichterin am Amtsgericht Uelzen. „Das war für meinen Mandanten nachteilig, er hat sich seinerzeit unwissentlich selbst belastet“, so König.

Von Andreas Becker

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