Änderungen im Erneuerungsprogramm / Leader-Mittel für Projekte zum Thema Demografie

Dörfer stehen im Wettbewerb

Die Arbeiten an der Ortsdurchfahrt in Edendorf wurden durch das Dorferneuerungsprogramm finanziert. Ab dem kommenden Jahr soll ein Wettbewerb über die Finanzierung solcher Projekte entscheiden. Foto: Archiv

Uelzen. Eine Dorferneuerung für 2012 ist nahezu aussichtslos: Wer auf Mittel zur Sanierung seines Ortes hoffte, resignierte gestern Abend auf der Informationsveranstaltung zum Thema „Demografie und Dorferneuerung“.

Die Vertreter des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN) waren zur Sitzung des Leader-Arbeitskreises ins Rathaus Uelzen gekommen, um Bürgermeister, Regionalplaner und Privatpersonen über das Dorferneuerungsprogramm zu informieren. Doch für die Zukunft ist noch alles ungewiss, erklärte Annika Wangerin, Leiterin der Abteilung zur Strukturförderung.

Das Programm wird zum kommenden Jahr vermutlich auslaufen. Stattdessen soll ein Wettbewerb nach den Kriterien des europäischen Dorferneuerungspreises ausgeschrieben werden. Wann die Bedingungen, Fristen und Vergabegelder festgelegt werden, ist aber noch offen. Ebenso ist noch unklar, ob die Zeit der Vorbereitung für den Wettbewerb bis 2012 ausreicht oder er erst 2013 startet. Daher riet Wangerin den Anwesenden, trotzdem Arbeitskreise zu bilden und Konzepte zur Dorferneuerung zu erstellen. Kriterien für den Antrag sind etwa demografischer Wandel, Innenentwicklung und die fehlende Versorgung auf dem Lande. Die Antragsteller müssen sich aber auf eine Vielzahl an Bewerbern einstellen. Es sei demotivierend, sich für ein Projekt zu engagieren, ohne Aussicht auf Erfolg, kritisierte Alexander Kahlert, stellvertretender Gemeindedirektor von Wieren. Viele Dörfer im Landkreis Uelzen sind vom demografischen Wandel betroffen, sodass es einen großen Bedarf an Dorferneuerungsmaßnahmen gibt.

Alternativ zu dem Programm des LGLN können gegebenenfalls Mittel über das Leader-Regionalmanagement vergeben werden. Ein Fördervolumen von rund 200 000 Euro steht noch zur Verfügung, zusätzliche Gelder können beantragt werden, sagt Anne-Sophie Wurr vom Leader-Regionalmanagement des Büros KoRiS aus Hannover. Einige Ideen für Leader-Projekte wurden schon genannt: So möchte etwa Jochen Steinhagen ein Konzept für Wieren erarbeiten. Dieter Schoop aus Wieren schlug eine Umnutzung von Mühlen zur Produktion von regenerativer Energie vor. Und Hans-Jürgen Heuer aus Holdenstedt erkundigte sich nach Leader-Mitteln für ein Projekt zum gemeinschaftlichen Wohnen. Mehr Informationen über Leader erteilt das Büro KoRiS unter Telefon (05 11) 59 09 74 30.

Von Diane Baatani

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