Doch fürs Personal fehlt das Geld

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In der Lucas-Backmeister-Schule soll ab Sommer 2012 ein verlässliches Betreuungsangebot am Nachmittag eingerichtet werden. Die Teilnahme der Schüler ist jedoch freiwillig.

Uelzen. Es war ein seltener Schulterschluss von SPD und CDU, der auf der jüngsten Schulausschuss-Sitzung zustande kam. Streiten sich die Mitglieder der beiden Fraktionen gewöhnlich über die Oberschule oder die Integrierte Gesamtschule, so waren sie sich jetzt ausnahmsweise einig:

In der Lucas-Backmeister-Schule soll zum Beginn des Schuljahres 2012/13 ein verlässliches Nachmittags-Betreuungsangebot für Grundschulkinder eingerichtet werden. Darauf verständigte sich der Ausschuss einstimmig.

Allerdings bedurfte es eines Zusammenführens zweier unterschiedlicher Anträge, um diesen Kompromiss zustande zu bringen. So hatte die SPD/FDP-Stadtratsgruppe die Errichtung einer verlässlichen Ganztagsgrundschule in der Uelzener Kernstadt gefordert.

Die CDU-Fraktion wiederum hatte beantragt, an der Lucas-Backmeister-Schule einen offenen Ganztagsbetrieb einzuführen, bei dem eine verlässliche Betreuung für Grundschulkinder am Nachmittag gewährleistet wird. Auf Anregung von Schuldezernent Jürgen Markwardt einigte sich der Ausschuss schließlich darauf, beide Anträge zu verschmelzen.

Konkret heißt das: Die Lucas-Backmeister-Schule wird vom übernächsten Schuljahr an eine Nachmittagsbetreuung im Grundschulbereich – vom Ende der letzten Schulstunde bis voraussichtlich 16 Uhr – garantieren. Zugleich ist dieses Angebot offen, das heißt: Die Teilnahme ist für die Schüler freiwillig. „Aber wenn sich die Eltern einmal dafür entscheiden, muss ihr Kind das gesamte Schuljahr dieses Nachmittagsangebot wahrnehmen“, betonte Bürgermeister Otto Lukat.

Der Nachmittagsbetrieb soll zunächst in der ersten Jahrgangsstufe beginnen, maximal 15 Grundschüler können daran teilnehmen. Für die Stadt bedeutet das jedoch, dass sie eigenes Personal für die Nachmittagsbetreuung umschichten muss, erläuterte Stadtjugendpfleger Christian Helms.

Das werde sich auf bestehende Angebote der Stadt auswirken. „Pädagogische Mitarbeiter, die zurzeit in anderen Bereichen tätig sind, werden dann nicht mehr dafür zur Verfügung stehen“, sagte Helms. So werde die Stadt möglicherweise Personal aus der Jugendarbeit abziehen müssen – „anders geht es nicht.“ Das bekräftigte auch Lukat. „Unsere Haushaltslage lässt zusätzliches Personal nicht zu. Wir arbeiten deshalb mit unseren Möglichkeiten“, erklärte der Bürgermeister.

Möglicherweise bekomme die Stadt aber über das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes Geld für die Beschäftigung von Schulsozialarbeitern. Grundsätzlich sei jedoch das Land Niedersachsen in der Pflicht, den Ganztagsbetrieb in den Schulen finanziell zu unterstützen.

„Wir werden das als Stadt aus eigenen Mitteln nicht bewerkstelligen können“, betonte Bürgermeister Otto Lukat.

Von Bernd Schossadowski

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