Disney-Film mit Frauenpower: „Merida – Legende der Highlands“

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Prinzessin Merida, Heldin im neuen Disney-Film, lässt sich von niemandem etwas sagen.

Emanzipation bei Disney: Die schottische Prinzessin Merida ist weder anmutig noch besonders hübsch. Beschützt werden muss sie auch nicht, denn im Bogenschießen macht ihr niemand etwas vor. Merida lässt sich nichts vorschreiben – und bringt das gesamte Königreich in Gefahr.

Der aktuelle Disney-Film erzählt vom Erwachsenwerden

Merida ist wenig vornehm und ein echter Sturkopf. Sie weiß, was sie will – und vor allem, was sie nicht will: heiraten! Genau das ist aber der Plan ihrer Mutter, Königin Elinors. Merida soll einen der dümmlichen Söhne der befreundeten Clan-Führer ehelichen, mit ihm Kinder bekommen und so den Frieden im Königreich sichern.

Um das zu verhindern, wendet Merida mit Hilfe einer Hexe einen Zauber an. Der soll ihre Mutter umstimmen. Doch es kommt anders: Die Magie verwandelt Königin Elinor in einen Bären und stürzt das gesamte Königreich in eine tiefe Krise. Meridas ganzer Mut und ihr Geschick mit Pfeil und Bogen sind gefragt, um den Fluch zu brechen.

Bereits vor dem Kinostart im August 2012 ist der neue Disney-Film ein Erfolg. Für die Merida-Fans hat Disney diverse Fan-Artikel herausgebracht. Zum Beispiel das Merchandising zum Film hier im Disneystore umfasst ein breites Angebot von Plüschtieren über eine Merida-Perücke bis hin zum PC-Spiel. Was die wilde Schottin so beliebt macht: Sie ist anders als andere Disney-Prinzessinnen.

Prinzessin Merida und Königin Elinor: zwei untypische Disney-Frauen

Merida hat wenig von einer Prinzessin in einem klassischen Disney-Film. Anmut, Zartheit und Eleganz fehlen ihr gänzlich. Sie träumt weder von einem wunderschönen Prinzen noch von einer Märchenhochzeit. Stattdessen sehnt sie sich nach Freiheit, Selbstbestimmung und Abenteuer. Merida möchte ihr Leben so gestalten, wie es ihr gefällt – am besten mit Bogenschießen und Reiten. Sie ist mutig, frech und so wild wie ihre rote Lockenmähne.

Königin Elinor sieht das Verhalten ihrer Tochter mit Entsetzen. Sie wünscht sich, dass ihre Tochter Verantwortung übernimmt und zugunsten des Königreichs ihre eigenen Bedürfnisse hintan stellt. Doch auch Elinor verkörpert keine typische Disney-Film-Mutter. Sie tyrannisiert ihre Tochter nicht wie die kaltherzigen Stiefmütter von Cinderella oder Schneewittchen. Auch ist sie keine passive Beobachterin. Elinor ist vernünftig, intelligent und verantwortungsbewusst. Sie achtet die uralten Traditionen ihres Volkes und hält nebenbei Familie und Königreich zusammen. Alle politischen Entscheidungen beruhen auf ihren klugen Überlegungen.

Familienprobleme statt Romantik im neuen Disney-Film

Dass die beiden in einen heftigen Konflikt geraten, ist vorprogrammiert: Mit Meridas und Elinors Grundwerten prallen Welten aufeinander. Auch das macht den neuen Disney-Film so außergewöhnlich: Hier geht es nicht um Romantik und die unsterbliche Liebe. Auch nicht um Krieg oder ein Volk, das um seine Existenz kämpft. Ein klassischer Familienkonflikt steht im Mittelpunkt: Ein Teenager wird erwachsen und sucht seinen Platz im Leben. Vielleicht ist es das, was Merida und ihre Familie so sympathisch macht.

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