Expertin gibt Eltern von hochbegabten Kindern Tipps für den Alltag

Die Diskussionsfalle

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Christa Hartmann gab auch praktische Beispiele.

Uelzen. Die Referentin Christa Hartmann kam aus Oldenburg und wusste nicht, dass Uelzen keine Autobahnanbindung besitzt. Pünktlich war sie trotzdem und hatte die Anfangslacher auf ihrer Seite.

Die studierte Pädagogin und Psychologin führt ein eigenes privates Institut, in dem sie sich täglich der Diagnostik und Beratung für Eltern hochbegabter Kinder stellt. Das war auch das Thema des Abends; am Rande wurde die Frage gestreift, wie fließend die Grenzen der Fehldiagnosen (die ADHS und Legasthenie heißen) sind.

Zwei Kernsätze standen am Ende eines sehr langen Referats: „Hochbegabte Kinder sind ein echte Herausforderung.“ Und: „Begabung setzt sich auf Dauer durch.“ Übersetzt hieße der Ratschlag, als Eltern solcher Sprösslinge nicht zu verzagen, sich aber auch keine übertriebenen Sorgen zu machen.

Hartmann wies zunächst auf die Unterschiede hin, die die Forschung zwischen Begabung, Intelligenz und Talent macht, um danach Augenfälligkeiten bei hochbegabten Kindern zu benennen, denn diese Kinder fallen immer auf. Vor allem durch außerordentliche verbale Fähigkeiten, mit denen sie die Eltern oft in die Diskussionsfalle zu locken vermögen.

Hochbegabte Kinder sind zudem neugierig und wollen Antworten nicht nur auf die üblichen Warum-Fragen, sie suchen sich ältere Vorbilder, weil sie mit Gleichaltrigen oft nicht zurecht kommen, was sie zu Außenseitern machen kann, besitzen ungewöhnliche Ausdauer, Merkfähigkeit und Konzentration. Sie können sehr früh logisch und schlussfolgernd denken und neigen zu Perfektionismus und Gerechtigkeitssinn. Viele haben eine Vorliebe für Stift und Papier und nicht für die Sandkiste und ungewöhnliche Interessen sind ihnen genauso eigen.

Es waren die zahllosen Beispiele, die den Vortragsabend, der über 90 Minuten Frontalunterricht war, auflockerten. Da beispielsweise hochbegabte Kinder vieles wörtlich nehmen, kann es schon einmal dazu kommen, dass, wenn anhand des gemalten Blumenbildes nach dem Namen der Pflanzen gefragt wird, sie „Willi“ getauft werden. Mit solchen Episoden wusste Christa Hartmann die sehr zahlreichen Zuhörer auch zu unterhalten und zu amüsieren.

Von Barbara Kaiser

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