Gruppe aus CDU, FDP und RRP: Im Kreishaus muss „effektiver und effizienter“ gearbeit werden

Dienstleistung statt Verwaltung

Uelzen. „Wir möchten ein Klima im Kreishaus, das jedem bewusst ist, er wird vom Bürger bezahlt und ist Dienstleister. “ So formulierte Claus-Dieter Reese, Chef der CDU-Kreistagsfraktion bei der konstituierenden Sitzung am 1. November vergangenen Jahres.

Heute, fast auf den Tag genau vier Monate später, mündet Reeses Formulierung zu Beginn der Legislaturperiode in einen ganz konkreten politischen Antrag, der im nächsten Kreistag zur Diskussion steht. Gemeinsam mit der FDP und der Rentnerinnen- und Rentnerpartei (RRP) fordert die CDU, die Kreisverwaltung in ein Dienstleistungszentrum für Bürger und Wirtschaft umzubauen. Damit der Antrag nicht im Nirwana von Politik und Verwaltung verschwindet, hat der Liberale Rainer Fabel gleich einen verbindlichen Zeitkorridor abgesteckt. „Wir erwarten vom Landrat einen detaillierten Plan bis zum 31. Oktober 2012 und eine Umsetzung bis zum 30. Juni 2013. “.

Der FDP-Politiker und ehemalige Landratskandidat Fabel hatte eine „effektivere und effizientere Verwaltung“ im Kampf um das Amt an der Spitze des Landkreises Uelzen immer wieder angemahnt. „Bei der Bildung einer politischen Gruppe mit CDU und RRP war es für mich dann eine Bedingung, dass wir unverzüglich einen entsprechenden Antrag stellen, um Bürgernähe und Wirtschaftsförderung durch die Verwaltung ganz entscheidend zu optimieren.“ Fabel weiter: „Bürgernähe entsteht beispielsweise durch flexible Arbeitszeiten und schnelle Lösungen der Probleme für Bürger. Auch zur Weiterentwicklung unserer Wirtschaft muss unsere Verwaltung umdenken. Bei Anträgen jeglicher Art darf es in Zukunft nur noch einen Ansprechpartner geben. Eine zügige Bearbeitung muss trotz Krankheit oder Urlaub gewährleistet sein.“

„In diesem Zusammenhang sind alle Aufgaben neu zu prüfen, um verstärkt jene Aufgaben, die keine Pflichtaufgaben sind, von privaten Unternehmen erledigen zu lassen“, ergänzt Claus-Dieter Reese. Und: „Durch die Umstellung der Verwaltung in ein Dienstleistungszentrum können neue Ideen der Mitarbeiter besser genutzt werden. Dies trägt zum besseren Arbeitsklima bei.“ Für CDU, FDP und RRP ist eine „Dienstleistermentalität“ der Kreismitarbeiter ein wichtiges Kriterium, um den Landkreis Uelzen in seiner Eigenständigkeit zu erhalten. „Die Umsetzung unseres Antrages sichert Arbeitsplätze und Entscheidungskompetenz vor Ort“, so Reese und Fabel übereinstimmend. Denn: „Die Kollegen und Kolleginnen im Kreishaus müssen begreifen, dass sie mit ihrer Arbeit ihren Arbeitsplatz sichern.“ Reese konkretisiert: „Die Politik hat ihre Hausaufgaben gemacht und mit dem Zukunftsvertrag die Basis für eine Entschuldung des Landkreises gelegt. Wir haben geliefert. Nur ein entschuldeter Landkreis kann wieder investieren und sich weiter entwickeln. Dazu brauchen wir auch kreative und dienstleistungsorientierte Köpfe im Kreishaus. Schließlich ist es für die Zukunft des Landkreises unabdingbar, dass der Kreissitz in Uelzen bleibt.“ Hintergrund: Immer wieder flammen Diskussionen auf, der Landkreis Uelzen könnte im Zuge einer Kommunalreform mit anderen Landkreisen fusionieren. Und eventuell den Kreissitz verlieren. „Das würde nicht nur mit dem Verlust von Arbeitsplätzen im Kreishaus, sondern auch mit dem Abgang von weiteren Institutionen einhergehen“, warnen Christ- und Freidemokrat.

Jetzt müssten die Verantwortlichen in Verwaltung und Politik mit dem Pfund Zukunftsvertrag wuchern. „Die Voraussetzungen zum Umbau der Kreisverwaltung sind sehr gut. Jetzt brauchen wir Mut“, so Reese und Fabel.

Von Andreas Becker

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