Fraktionen des Kreistags beraten über Konzept für Kinderpsychiatrischen Dienst

Ein Dienst für den Notfall

Wenn es psychiatrische Probleme gibt, könnte ein Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst erste Hilfe leisten. Foto: Wendlandt

Uelzen. Ein Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie soll der großen Nachfrage nach Therapien Abhilfe leisten. Die Einrichtung einer halben Stelle im Rahmen eines Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes in Uelzen wird seit vergangenem Januar stark diskutiert.

Der Kreistag hat seine Zustimmung dazu gegeben, rund 24 000 Euro für diese Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche bereit zu stellen. Doch nun hat der Verein „Die Brücke“ sein Konzept überarbeitet: Eine ursprünglich geplante halbe Facharzt-Stelle lässt sich für den Uelzener Standort nicht realisieren, da kein Bewerber dafür zu finden sei und die Lüneburger Psychiatrie nicht genug Kapazitäten habe, erklärte Kurt Spannig, Geschäftsführer des Vereins, auf der Sitzung des Jugendhilfe-Ausschusses des Landkreises.

Stattdessen soll nach dem neuen Konzept ein Sozialpädagoge mit einer halben Stelle tätig werden, der auf den Fachbereich spezialisiert ist und Vorgespräche mit Kindern führt. Zudem sollen wöchentlich drei Stunden eines Facharztes für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Psychiatrie Lüneburg oder ein Jugendlichenpsychotherapeut eingeplant werden. Wer tatsächlich dann eine Therapie in Lüneburg benötigt, könnte dann – ohne Wartezeit – im Rahmen dieser wöchentlich drei Stunden behandelt werden.

Der Jugendhilfe-Ausschuss ist sich einig, dass der Dienst in Uelzen benötigt wird. Ob allerdings das abgewandelte Konzept wie geplant zum 1. Juli ein halbes Jahr lang umgesetzt wird, soll zunächst in den Fraktionen beschlossen werden. Am 29. Mai tagt der Kreisausschuss, der darüber entscheiden kann – solange die Einrichtung dieser Beratungsstelle nicht die vom Kreistag beschlossene Summe von rund 24 000 Euro überschreitet. Martin Feller, Fraktionsvorsitzender der Grünen, hielt in seiner Funktion als Erzieher ein emotionales Plädoyer dafür, dass dieser Dienst noch erweitert werden müsse. „Ich habe dreimal in zehn Jahren eine lebensbedrohliche Situation erlebt, die man sonst in seinem Alltag nicht kennt“, schilderte er. Wenn er nachts im Badezimmer ein blutüberströmtes Mädchen finde, dass sich die Pulsadern aufgeschnitten habe, dann sei es notwendig, rund um die Uhr auf die Hilfe des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes zugreifen zu können. Allerdings müsse eine langfristige Lösung gefunden werden.

Die SPD-Fraktion hatte vor acht Wochen eine Anfrage an den Landtag gerichtet, um zu ermitteln, ob trotz Sparzwang wegen des Zukunftsvertrags Mittel bereitgestellt werden können, um den sogar vom Land vorgegebenen Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst einzurichten. Eine Antwort aus Hannover steht bislang aus.

Von Diane Baatani

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