Steigender Bedarf für kinderpsychiatrische Versorgung: Lüneburger bietet schnelle Lösung an

„Die Wartezeit ist unsäglich“

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Kein Ende des Tunnels in Sicht für junge Patienten im Kreis Uelzen: Bislang hat sich noch kein Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie im Kreis niedergelassen, in Lüneburg sind dagegen gleich sieben Fachärzte tätig.

Uelzen/Lüneburg. Tagsüber bis 16 Uhr eine Therapie und ein schulisches Basis-Programm, für die Nacht geht es dann nach Hause: So ist die Tagesklinik der Psychiatrischen Klinik für Kinder und Jugendliche in Lüneburg organisiert. Und in der Form möchte der Leiter, Dr. Alexander Naumann,

auch eine Tagesklinik in Uelzen einrichten, um den steigenden Bedarf zu decken, erklärt er seinen Antrag beim Sozialministerium. Ein Neubau würde sich wieder um zwei bis zehn Jahre verzögern, sagt Naumann, der bereits seit mehr als fünf Jahren Interesse an dem Projekt zeigt. Er könne sich vorstellen, die Tagesklinik im leerstehenden Gebäudeteil eines Lebenshilfe-Kindergartens in Uelzen aufzubauen.

Dr. Alexander Naumann

Zu dem Konzept gehört eine Institutsambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie, die täglich bis 18 Uhr geöffnet hätte. Da es ohnehin zur Zeit schwierig sei, einen Facharzt für diesen Bereich zu finden, könnte diese Uelzener Ambulanz mit einem oder mehreren Mitarbeitern aus Lüneburg organisiert werden, stellt Naumann in Aussicht. Wer dennoch einen vollstationären Aufenthalt benötigt, erhielte weiterhin in Lüneburg einen Platz, denn es könnte eine enge Zusammenarbeit zwischen der Uelzener Tagesklinik und der Lüneburger Psychiatrie bestehen. 50 Tage durchschnittlich verbringen Kinder in der Lüneburger Tagesklinik, der etwa zweistündige Schulunterricht an der Klinik habe eher diagnostischen Charakter.

Es gebe auch einen Antrag eines Unternehmens aus den neuen Bundesländern für die Errichtung einer Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Uelzen, weiß Naumann. Allerdings könne durch einen Konkurrenten keine Vollversorgung sichergestellt werden. Wenn die Uelzener sich nicht hinter Naumanns Angebot stellen, gebe es „eine zersplitterte Versorgung, oder es verzögert sich noch um Jahre“, sagt er.

40 vollstationäre Plätze bietet die Psychiatrische Klinik in Lüneburg für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre aus den Landkreisen Lüneburg, Uelzen, Harburg, Stade, Soltau-Fallingbostel und Lüchow-Dannenberg. „Die Wartezeit ist unsäglich“, erklärt er, 323 Tage hätte ein Patient bereits auf der Warteliste gestanden.

Von Diane Baatani

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