Ehemalige Schüler informierten beim Berufstag am Herzog-Ernst-Gymnasium

„Die Uni ist kein Spaß“

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Die Schüler des Herzog-Ernst-Gymnasiums: Die Vorträge sollen ihnen bei der Berufswahl helfen.

Uelzen. Sicherlich war es Temperamentssache, wie man als Schüler den Referenten lauschte beim traditionellen Studien- und Berufsinformationstag am Herzog- Ernst-Gymnasium, der seit einigen Jahren am letzten Tag vor den Weihnachtsferien stattfindet.

Das Besondere: Vortragende sind immer ehemalige Schüler, die jetzt Studenten sind.

Für die meisten dient dieser Tag, wie zum Beispiel für Jessica aus der elften Klasse oder Anna-Lena aus der zwölften, als Orientierung. Jessica hat noch Zeit zum Überlegen, sie hörte Vorträge über das Studium der Energie- und Umwelttechnik und der Forstwirtschaft. Geisteswissenschaften oder Sprachen kommen für sie eher nicht in Frage, sagt sie.

Anna-Lena geht nach dem Abi im kommenden Sommer ein Jahr ins Ausland. Sie saß in der Vorlesung übers Jurastudium, die ihr Vorurteil, das sei sowieso staubtrocken, eliminierte.

Patrick Düver war der Jura-Student, der sich und sein Fach eloquent darstellte. Er legte das Abitur 2008 ab und ist derzeit im fünften Semester, eines davon absolvierte er in England. Warum spricht er hier, anstatt Weihnachtsurlaub zu machen? „Für mich war das damals hilfreich“, heißt Düvers Antwort, „die Vorträge über BWL und Arabistik hatten für mich diese Richtungen absolut ausgeschlossen!“

Jannis Koch studiert im schottischen Edinburgh an der Heriot-Watt-Universität Chemie. Er hat das Abitur erst seit Sommer in der Tasche und ist überzeugt von seinem Fach. So wie Patrick Düver war für ihn das Wichtigste, ein gewisses Zeitmanagement aus der Schule mitzubringen. „Uni ist kein Spaß“, sagt er. Faulheit gilt nicht, Organisation ist wichtig. „Man muss das nicht alles gleich mitbringen, aber man muss sich darauf einstellen.“ Und: Studienanfänger im fernen Ausland zu sein, sei gar nicht so schlimm.

In insgesamt einem Dutzend Vorträgen konnten sich die Schüler der Jahrgangsstufen zehn bis zwölf über Möglichkeiten informieren, wie es nach dem Abitur weitergehen kann, welches sich als die größten Hürden und schwierigsten Umstellungsprobleme erweisen könnten.

Christine Meier (Abitur 2008) wählte für sich ein duales Studium (BWL). Nach ihren Schilderungen muss das im Vergleich zu einem klassischen Universitätsbesuch ziemlich arbeitsintensiv sein. Die junge Frau machte jedoch einen sehr souveränen Eindruck.

Mit Sätzen wie „Das Abi ist das kleinste Problem“, „Ohne Eigeninitiative kommt ihr nicht weit!“ oder „Ihr müsst euch was trauen, nur in Stresssituationen lernt man sich kennen.“ hat sie vielleicht den einen oder anderen Zuhörer eingeschüchtert, aber auch den Eindruck vermittelt, dass alles zu schaffen ist. Mit einer unerschrockenen Art, Netzwerke zu knüpfen und auf andere zuzugehen. Auch Christine Meier warb für eine kluge Zeiteinteilung und Mobilität. Die Fragen der Schüler nach den Vorträgen waren meist individueller und pragmatischer Natur. Uni ist eben bis jetzt noch weit weg.

Von Barbara Kaiser

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