Auch in der Region spürt man den dramatischen Umbruch im Bankengewerbe

Deutsche Bank: Rückzug aus Uelzen

+
Aus für einen exponierten Standort: Die Deutsche Bank-Filiale an der Uelzener Rathauskreuzung.

Uelzen. Bei der Deutschen Bank spricht der für Norddeutschland zuständige Pressesprecher nicht von einer Schließung, sondern von einer „Filial-Zusammenlegung“.

Doch die sorgsam gewählten Worte ändern nichts an den Fakten: Das Geldinstitut wird aus dem Stadtbild Uelzens im nächsten Jahr verschwinden – wohl für immer. 188 Filialen schließt die Deutsche Bank bundesweit, 16 davon in Niedersachsen und Uelzen ist auch betroffen (AZ berichtete gestern).

Für die rund 5200 Kunden der Deutsche-Bank-Filiale in Uelzen bedeutet das: Für Beratungsgespräche müssen lange Wege in Kauf genommen werden, die nächste Niederlassung ist in Lüneburg. Geld abheben kann man aber weiter vor Ort, denn die Bank ist Mitglied der Cash Group, zu der unter anderem auch die Postbank und die Commerzbank gehören.

Aus der Uelzener Filiale selbst ist gestern nichts zu vernehmen, Direktor Jens Gribbe lässt telefonisch an die Zentrale in Frankfurt verweisen. Dort bestätigt man, dass die Zukunft der sieben Uelzener Mitarbeiter ungewiss sei – und nicht nur deren: „Alle Kollegen deutschlandweit, egal ob sie von Zusammenlegungen betroffen sind oder nicht, müssen sich auf die verbleibenden Stellen neu bewerben“, erklärt der Sprecher.

Das Bankgewerbe befindet sich in den aktuellen Niedrigzinszeiten in einem dramatischen Umbruch – und auch Kunden in Uelzen bekommen das in fast allen Kreditinstituten zu spüren. Ob Filialschließungen, Gebührenerhöhungen oder Einschränkungen bei den Öffnungszeiten, es gibt kaum noch Denkverbote.

Beispiel Sparda-Bank, die wie die Deutsche Bank an der Gudesstraße angesiedelt ist. Nur noch an zwei Wochentagen sind die Schalter auch nachmittags geöffnet. „Der Personaleinsatz wurde zwischen Service und Beratung neu strukturiert“, sagt dazu eine Sprecherin. In Zeiten der Digitalisierung sinke die Frequentierung im Servicebereich deutlich, Beratungstermine biete man aber auch außerhalb der Öffnungszeiten an. Das Personal werde durch Fluktuation reduziert. „Entlassungen gibt es aber nicht und eine Aufgabe von Standorten ist für uns kein Thema.“ Die Sparda Bank in Uelzen hat rund 5700 Kunden.

Von Thomas Mitzlaff

Kommentare