Das Herz schlägt bei den Carlets und Fioritas für die Azzurri und ein wenig auch für die Deutschen

Vor dem Viertelfinale: Deutsch-italienisches Fußballfieber

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Marco Elia und Donatella Carlet (von links) von der Eisdiele „Dolomiti“ setzen heute beim EM-Viertelfinale auf ihre italienische Mannschaft. Gianluca Fiorita (r.), er betreibt das Eiscafé an der Bahnhofstraße, stammt wie Italiens Trainer Antonio Conte aus Lecce.

Uelzen. „Wir sind Montag doch noch Freunde“, fragt ein Senior gestern Mittag Gianluca Fiorita. „Natürlich“, antwortet der gebürtige Italiener. Beim Fußball hört bei ihm die Freundschaft mit Sicherheit nicht auf.

Auch nicht, wenn sich heute Deutschland und Italien bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich gegenüberstehen.

Selbstredend schlägt sein Herz für die alte Heimat. Die Fioritas haben seit August 2014 eine besondere Beziehung zu ihrer Fußball-Nationalmannschaft. Da wurde Antonio Conte Italiens Nationaltrainer. Der stammt aus Lecce in Apulien. Familie Fiorita machte sich vor rund 20 Jahren aus ihrer Heimat in der Nähe von Lecce auf nach Uelzen. „Und Graziano Pellé ist auch aus der Gegend von Lecce“, ergänzt Giuseppe Fiorita, als er in der Eisdiele an der Bahnhofstraße das nächste Tablett mit den Bestellungen bestückt. Pellé ist einer der Stürmer der Mannschaft. Zweimal hat er bereits getroffen, unter anderem beim 2:0-Sieg der Italiener im Achtelfinale gegen Spanien.

Das habe man am Montag zusammen mit den meist deutschen Gästen im Eiscafé geschaut, berichtet Gianlucca Fiorita. Heute gibt’s dort kein Fußball. Die italienische Gastronomie schließt um 21 Uhr, pünktlich zum Anpfiff des Fußball-Klassikers.

Auch Donatella Carlet sperrt ihr „Dolomiti“ an der Veerßer Straße täglich um 21 Uhr ab. Fußball wird Zuhause geschaut. „Mein Wunsch wäre natürlich, Italien gewinnt. Aber es macht auch nichts, wenn Deutschland siegt“, sagt die Gastronomin. Ihr Mitarbeiter Marco Elia favorisiert seine Azzurri. „Deutschland ist zwar gut drauf, aber sie haben Italien noch nie in einem Turnier geschlagen“, sagt er. Der junge Mann vertraut neben dem fußballerischen Können der Italiener auch auf das Gesetz der Serie. Allen gemein ist: Sollten es die Deutschen ins Halbfinale schaffen, kein Beinbruch: „Wir leben ja hier“, sagt Donatella Carlet.

Von Jens Schopp

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