Nach schwerem Unfall zwischen Klein Süstedt und Hansen: Anwohner machen Dampf bei der Politik

„Der einzige Ortsteil ohne Radweg“

Klein Süstedter Bürger verliehen ihrer Forderung auf der jüngsten Sitzung des Stadtplanungsausschusses im Rathaus mit einem Transparent Nachdruck. Foto: Mitzlaff

Uelzen. „Klein Süstedts Bürger fordern ein klares Wort: Radweg! Sofort!“ Mehr als ein Dutzend Zuhörer hat der Ausschuss für Stadtplanung auch nicht alle Tage, ihr Anliegen tragen die Gäste am Dienstagabend auf einem knallgelben Transparent vor.

„Wir sind der einzige Ortsteil Uelzens, der keinen Radweg hat. Warum?“, will eine Anwohnerin bei der Einwohnerfragestunde wissen. Dabei gilt die Straße zwischen Klein Süstedt und Hansen als gefährlich für Radfahrer, erst jüngst war eine Radlerin von einem Auto erfasst und schwer verletzt worden (AZ berichtete).

Die Anwohner fühlen sich von der Politik hingehalten: „Die Zuständigkeit wird ständig zwischen Stadt und Kreis hin- und hergeschoben“, beschweren sie sich in der Ausschuss-Sitzung. Baudezernent Karsten Scheele-Krogull macht die Problematik deutlich: Weil es sich um eine Kreisstraße handele, sei die Stadt abhängig vom Landkreis, beide müssten sich die Kosten von rund 250 000 Euro teilen. Der Kreis aber habe diese Baumaßnahme erst für das Jahr 2014 vorgesehen. „Wir würden bereits ein Jahr vorher vorbereitende Maßnahmen wie den Landkauf und die Erstellung der erforderlichen Gutachten tätigen“, stellt er in Aussicht.

Der Ausschuss nimmt das schließlich ohne Entscheidung zur Kenntnis – nicht ohne betont zu haben, wie wichtig der Bau dieses Radwegs sei. Doch die Entscheidung fälle schließlich der neu gewählte Stadtrat, erklärte Ausschussvorsitzender Wilhelm Schulz. Dort wird dann auch der Antrag der CDU beraten, die „sofortigen Handlungsbedarf“ sieht und die Verwaltung „eindringlich“ auffordert, umgehend tätig zu werden.

Doch ob diese Priorität auch in zwei Jahren noch vom Landkreis so gesehen wird – diese Zusage konnten weder Baudezernent noch städtischer Ausschuss den Anwohnern aus Klein Süstedt geben. Die gingen mit der Hoffnung, „dass das Projekt nicht wieder nach hinten geschoben wird“.

Von Thomas Mitzlaff

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