Stadtpolitik fühlt sich von Vorgehen bei Grünflächenpflege unter Druck gesetzt

Demonstrativer Sparkurs?

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Eine von vielen Auswirkungen des Sparkurses: Der Bolzplatz An der Helde versinkt im wuchernden Grün.

Uelzen. Das Einsparkonzept für die Pflege der Grünflächen in der Stadt Uelzen hat erste Spuren hinterlassen – und die können weder Bürger noch Politiker gut heißen.

Denn die reduzierte Rasenpflege, der Verzicht auf Sommerblumenbepflanzungen – zum Beispiel am Hundertwasser-Bahnhof – oder auch das Abbauen von Mülleimern vermittelt bereits mancherorts ein desolates Stadtbild. Ein Zustand, der jüngst im Stadtplanungsausschuss engagiert diskutiert wurde.

„Es kann doch nicht sein, dass bei zehn Prozent Einsparungen 90 Prozent der Grünflächen schlechter aussehen“, wunderte sich Karl-Heinz Schmäschke (Grüne) über die teils verheerenden Auswirkungen des Streichkonzerts. Wie berichtet, müssen dieses Jahr von den mehr als 1,8 Millionen Euro, die bislang für die Grünflächenpflege zur Verfügung standen, rund 250 000 Euro eingespart werden. Und nach Ablauf des ersten Halbjahrs sei man mit diesem Konzept auch genau im Trend, erfuhren die Ausschussmitglieder.

Ob dieser Trend fortgesetzt werden sollte, da ist sich die Stadtpolitik aber nicht so sicher. Eine Entscheidung dazu will sie nach der Sommerpause treffen. Bis dahin werde man auch hier und da nachjustiert haben, kündigt Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull an. Denn das Einsparkonzept sei ja entwickelt worden, um Rückmeldungen zu der neuen Grünflächenpflege zu erhalten und dann darauf zu reagieren.

Die Politik allerdings fühlt sich von der jetzigen Praxis des Fachbereichs Grünflächen als Auftraggeberin und der Betrieblichen Dienste als Ausführende unter Druck gesetzt. So unterstellte Dieter Schwutke (CDU): „Der Politik soll doch nur gezeigt werden, dass hier zehn Prozent Einsparungen nicht möglich sind.“

Von Ines Bräutigam

Mehr dazu am Samstag in der AZ.

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