Daten in Minutenschnelle

Minister Philipp Rösler besuchte auch die Palliativstation des Uelzener Klinikums.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff Doppelte Untersuchungen, Ärzte, die nur unvollständige Unterlagen zur Einsicht haben – das soll ein Ende haben mit einer elektronischen Patientenakte, die das Klinikum Uelzen derzeit testet.

Gestern stellte der Ärztliche Direktor Dr. Dietmar Wietholt das Projekt Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler bei dessen Besuch im Uelzener Krankenhaus vor. An sechs bundesweiten Standorten testet der Rhön-Konzern derzeit dieses Projekt, darunter auch in Uelzen und Gifhorn. Das Klinikum Wittingen ist in der Vorbereitung. „Derzeit führt jeder Arzt eine eigene Kartei mit Vorerkrankungen, Untersuchungsergebnissen und vielem mehr“, so Wietholt. Durch die elektronische Patientenakte könnten einem Facharzt oder einer Klinik etwa vom Hausarzt sämtliche wichtigen Dateien gleich zugesandt werden, „auch Röntgenbilder sind kein Problem“, so der Ärztliche Direktor. Der Facharzt sei dann sofort auf demselben Wissenstand wie etwa der Hausarzt, nach der Behandlung im Klinikum kriegt der Hausarzt auf dem gleichen Weg sämtliche Behandlungen und Ergebnisse zurück. Man könne sogar noch einen Schritt weitergehen, so Wietholt: „Müssen bei einer komplizierten Erkrankung, zum Beispiel Krebs, verschiedene Experten im Lande gehört werden, sind alle innerhalb von Minuten auf demselben Wissenstand und können sich etwa in einer Telefonkonferenz austauschen.“

Philipp Rösler, der mit den Problemen der Einführung einer Gesundheitskarte so seine Erfahrungen gemacht hatte, fragte zum sensiblen Bereich des Datenschutzes. „Jeder Patient bestimmt selbst, welchem Arzt er welche Details bekanntgeben möchte“, betont dazu Wietholt. Und sämtliche Einwilligungen könne man jederzeit widerrufen. 77 Prozent der befragten Patienten seien bereit, an dem Projekt teilzunehmen.

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