„Das wäre ein herber Rückschlag“

Das Wasser- und Schifffahrtsamt Uelzen ist für den 115 Kilometer langen Elbe-Seitenkanal und 88 Kilometer des Mittellandkanals zuständig – nun ist eine Umstrukturierung geplant. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Die möglichen Aufgabenveränderungen beim Wasser- und Schifffahrtsamt Uelzen (WSA) stoßen parteiübergreifend auf Kritik. So sprechen sich die beiden Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Celle-Uelzen, Kirsten Lühmann (SPD) und Henning Otte (CDU), entschieden für den Erhalt des Standortes in der Uhlenköperstadt aus.

Wie berichtet, arbeitet der Bund derzeit an einer neuen Struktur der Schifffahrtsverwaltung. Dabei könnte auch das WSA mit den angegliederten Außenbereichen und seinen etwa 240 Arbeitsplätzen in Gefahr geraten, befürchtet Lühmann. „Dies wäre ein herber Rückschlag für Uelzen, denn in der Vergangenheit sind in Uelzen bereits viel zu viele Arbeitsplätze verloren gegangen“, sagt sie nach einem Besuch beim Personalrat des WSA. Als strukturschwache Region brauche der Kreis Uelzen diese qualifizierten Jobs. Aber auch für die Schifffahrt sei der hiesige Standort wichtig.

Zuständig ist das WSA Uelzen für den gesamten Elbe-Seitenkanal mit 115 Kilometern Länge und den östlichen Abschnitt des Mittellandkanals mit einer Länge von 88 Kilometern. Letzterer könnte nun in den Organisationsbereich des Ostens verlagert werden, obwohl der dortige Schiffsverkehr überwiegend in Richtung Westen ausgerichtet ist und mit dem Anschluss an den Elbe-Seitenkanal die Hinterland-Anbindung an den Hamburger Hafen bildet. „Das wäre auch für die Binnenschiffer eine Verschlechterung“, meint der Vorstand des Personalrats des WSA Uelzen.

Neu ist auch, dass die Wasserstraßen zukünftig in verschiedene Kategorien eingeteilt werden sollen. Nur im Vorrangnetz ist künftig mit einem Ausbau zu rechnen. Zum Vorrangnetz wird eine Wasserstraße ab zehn Millionen Tonnen Gütertransport im Jahr. Der Elbe-Seitenkanal soll nach Annahmen des Bundes im Jahr 2025 lediglich bei knapp über neun Millionen Tonnen liegen.

Diese Menge habe der Kanal aber bereits 2008 erreicht, daher sei 2025 realistisch mit mehr als elf Millionen Tonnen zu rechnen, erklärt Lühmann. Werde die Einstufung zum Vorrangnetz nicht erreicht, hätte das starke Einschränkungen bei der Finanzierung von Baumaßnahmen, allen voran für die neue Schleuse in Scharnebeck, zur Folge, warnt Lühmann.

Auch Henning Otte und der Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer (CDU) machen sich für den Erhalt des WSA Uelzen stark. Sie warnen davor, dass dieses einen wichtigen Teil seines Verantwortungsbereichs abgeben müsste, falls die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte nicht länger für den östlichen Teil des Mittellandkanals zuständig ist. Bisherige, erfolgreiche Strukturen würden dadurch gefährdet, sagen Otte und Hillmer nach einem Gespräch mit WSA-Leiter Martin Köther und Vertretern des Personalrates.

Eine solche Abtrennung, wäre wenig sinnvoll, da es Ziel sei, zusammengehörende Wasserstraßen wie den Elbe-Seitenkanal und den Mittellandkanal aus einer Hand zu betreuen, erklärt auch WSA-Chef Köther. „Bei allen Reformbestrebungen geht es mir in allererster Linie darum, qualifizierte Arbeitsplätze vor Ort zu erhalten“, betont Hillmer.

Unterdessen verspricht Otte, sich bei seinem anstehenden Gespräch mit Staatssekretär Klaus-Dieter Scheuerle dafür einzusetzen, „dass sinnvolle Strukturen beibehalten werden. Das heißt für mich auch, dass das WSA Uelzen weiterhin für den östlichen Mittellandkanal zuständig bleibt“, betont Otte.

Von Bernd Schossadowski

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