Holdenstedter in Aufruhr: An Schlossstraße wird trotz 30er-Zone gerast

„Das ist schon krass“

Uelzen-Holdenstedt. Wilde Raserei, ungeduldiges Hupen und riskante Überholmanöver: Carsten Kruse ist sichtlich empört, als er im Ortsrat Holdenstedt/Klein Süstedt die Zustände an der Schlossstraße schildert.

Trotz der erst kürzlich eingerichteten Tempo-30-Zone gehe es dort hoch her: „Rechts vor links wird ignoriert und ich selber bin schon zwei Mal überholt worden“, berichtet der Holdenstedter Anwohner. „Das ist schon krass.“ Kruse fordert dringend, weitere Verkehrsberuhigungen einzurichten.

Mit seinen Sorgen steht er nicht allein. Auch Nachbar Hendrik Schulze ist beunruhigt: Wenn morgens der Bus der Lebenshilfe an der Straße halte, um seine beiden Sprösslinge abzuholen, werde dieser von ungeduldigen Autofahrern überholt, „angehupt und ausgebremst“.

„Wir haben sogar schon überlegt, unsere Pkws an die Straße zu stellen, um den Verkehr zu beruhigen.“

Kruse aber befürchtet, die parkenden Autos könnten angefahren werden. „Das kann nicht Sinn und Zweck der Sache sein.“

Die Anwohner beobachten starken Berufsverkehr, denn die Schlossstraße nutzten viele Autofahrer als Abkürzung zwischen B 71 und B 4. Kruse schätzt, dass sich maximal zehn Prozent der Autofahrer an das Tempolimit hielten.

Davon wiederum lässt sich Ortsratsmitglied Holger Gansebohm nicht abschrecken: Er fordert auch für die Klein Süstedter Straße „Zum Gerdautal“ die Einrichtung einer 30er-Zone – zumal dort nicht einmal ein Rad- oder Fußgängerweg vorhanden sei, aber ein Kinderspielplatz. Schon einmal waren die Anwohner mit diesem Wunsch gescheitert. Die Stadt hat zugesagt, die Situation an beiden Straßen zu überprüfen.

Von Anna Petersen

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