„Das ist schlechter Stil“

Die Haupt- und Realschule Rosche darf nach Aussage der Landeschulbehörde in eine Oberschule umgewandelt werden. Noch keine Anträge gibt es indes aus Ebstorf und Bad Bodenteich. Foto: Ph. Schulze

Uelzen/Landkreis. Die Einrichtung von zwei Oberschulen im Kreis Uelzen ist bereits beantragt: Die Haupt- und Realschulen in Suderburg und Rosche wollen im Sommer in diese neue Schulform umgewandelt werden (AZ berichtete).

Doch der Ausgang des Antragsverfahrens ist möglicherweise unterschiedlich. „Das Land hat die Gründung der Oberschule in Rosche bereits genehmigt“, sagte Annegret Krause, Dezernentin in der Außenstelle Uelzen der Landesschulbehörde, jetzt auf einer Informationsveranstaltung der Stadt Uelzen.

Dagegen sei es in Suderburg schwierig, die rechtlichen Voraussetzungen für eine Oberschul-Gründung zu erfüllen, so Krause. Denn dort reichen die Schülerzahlen mittelfristig wohl nicht aus. „Der Standort Suderburg ist sehr kippelig, auf die Jahre gesehen“, erklärte Krause. Eine Entscheidung des Landes für oder gegen eine Oberschule in Suderburg sei aber noch nicht gefallen.

Anders gelagert sind hingegen die Verhältnisse in Bad Bodenteich und Ebstorf. Diese zwei Schulstandorte wurden auf der jüngsten Sitzung des Kreis-Schulausschusses diskutiert. In beiden Orten werden die Haupt- und Realschulen getrennt und eigenständig geführt. An beiden Standorten haben sich die Schulleitungen und Lehrerkollegien auf den Weg gemacht, den Zusammenschluss zu Oberschulen vorzubereiten. „Wir wollen ja“, versicherte Johannes Vogt-Krause, Leiter der Hauptschule Ebstorf, „aber nicht jetzt.“

Genau das aber beantragte nun die CDU/FDP-Gruppe im Schulausschuss: Bis zum 31. Mai soll der Antrag gestellt werden, aus den vier Schulen zwei zusammengefasste Haupt- und Realschulen zu machen und diese außerdem ab Sommer 2011 in Oberschulen umzuwandeln.

Das sei die letzte Gelegenheit, die Standorte Ebstorf und Bad Bodenteich als Oberschulen zu sichern, sagte der Kreistags- und Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer (CDU). Er selber sei bis vor kurzem davon ausgegangen, dass die Schulen für diesen Schritt mehr Zeit hätten, aber Kultusminister Bernd Althusmann habe ihm versichert, dass der 31. Mai der letzte Termin für diese beiden Schulen sei. Bodenteich bekomme die Genehmigung als Oberschule sofort, für Ebstorf sei das nur mit Ausnahmegenehmigung möglich, weil nicht gesichert sei, dass dort in den nächsten zehn Jahren die Mindestschülerzahl gehalten werden kann. Und diese Ausnahme greife nur bei Antragstellung bis zum 31. Mai.

Die Leiter der betroffenen Schulen halten durchweg die Frist für zu kurz, um ein Konzept zu erstellen, und kritisieren, dass vorher niemand mit ihnen gesprochen habe. „Das ist schlechter Stil“, monierte Vogt-Krause. Noch sei nicht geklärt, wie teuer die nötigen Umbauten werden und wie sie zu finanzieren seien. Ein Konzept für die Oberschule gebe es nicht und schon deswegen werde dem „Schülertourismus“ Tür und Tor geöffnet. Eltern könnten nämlich frei entscheiden, ob ihr Kind eine Oberschule besucht oder nicht.

Im Schulausschuss überwog der Zweifel am Fixtermin und an Hillmers Versicherung, nur Ebstorf und Bodenteich stellten sich landesweit quer. Im Landkreis Celle sei nicht eine Oberschule beantragt worden, widersprach Franz-Josef Kamp von der Landesschulbehörde, ähnlich im Bezirk Hannover.

Der Antrag der CDU/FDP-Gruppe wurde vom Ausschuss mit acht zu sechs Stimmen abgelehnt. „Das war hier nur eine Meinungsbefragung“, erklärte Hillmer nach der Sitzung. Man werde noch einmal in Klausur gehen, aber den Antrag nochmals einbringen. „Letztlich entscheidet der Kreisausschuss.“

Von Jürgen Köhler-Götze und Bernd Schossadowski

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