Kostenexplosion beim Rathaus-Umbau: CDU wirft Verwaltungsspitze Untätigkeit vor

„Das lief völlig aus dem Ruder“

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3,8 Millionen Euro kostete der Umbau des Alten Rathauses – 600 000 mehr als von der Politik genehmigt.

Uelzen. „Entweder die Spitze der Uelzener Stadtverwaltung hat wirklich nichts gewusst, es verschwiegen oder zumindest nicht nachgefragt. “ Für Stefan Hüdepohl sind alle drei Möglichkeiten unbefriedigend.

Der Gruppenvorsitzende von CDU und Grünen im Uelzener Stadtrat hatte jüngst Akteneinsicht zur Kostenexplosion beim Umbau des Alten Rathauses bekommen. Und nachdem er die Ordner studiert hatte, „stellt sich für mich die Frage, warum man sich seitens der Verwaltungsspitze als Bauherr um dieses Projekt mitten in der Stadt offenbar nicht gekümmert hat“.

Die Kommunalpolitik war im Oktober 2014 und somit einen Monat nach der Einweihung des umgebauten Gebäudes eiskalt von der Nachricht erwischt worden, dass die Sanierung nun doch 3,8 Millionen Euro kosten würde. Dabei hatte der Stadtrat zuvor eine Obergrenze von 3,2 Millionen Euro festgelegt. Der Umbau stand unter der Regie des Gebäudemanagements, Bürgermeister Jürgen Markwardt hatte eine lückenlose Aufklärung des Vorgangs zugesagt.

Doch genau die ist nach Einschätzung Hüdepohls kaum möglich: So gebe es etwa keine Protokolle über die Monatsgespräche von Verwaltung und Gebäudemanagement.

Und auch die Kommunikation mit der Politik sei völlig unzureichend gewesen: „Wir sprechen da in unseren Gremien über Farben und Fenster, aber nicht über mögliche Kostenexplosionen“. Ein Kostencontrolling habe es beim Gebäudemanagement offenbar nicht gegeben, „das ist da alles völlig aus dem Ruder gelaufen“.

Für den CDU-Mann ist klar: „Die Struktur und die Arbeitsabläufe des Gebäudemanagements gehören auf den Prüfstand. Wir müssen wissen, ob das Alte Rathaus ein Einzelfall war oder ob es da systematische Probleme gibt.“ Dies könne man nur durch eine externe Beratung klären.

Außerdem müsse es künftig bei solchen Projekten eine ganz enge Überwachung geben, dem neuen Betriebsausschuss müssten tagesaktuell Kostenentwicklungen mitgeteilt werden.

Von Thomas Mitzlaff

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