„Das Ende des Wettbewerbs“

Zukunft ungewiss: Wohin steuert der Metronom?

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. „Der Metronom muss eigenständig bleiben. Rollt er unter das Dach der Deutschen Bahn, bedeutet das das Ende des Wettbewerbs auf dem Schienennetz Südostniedersachsens.“ Ulrich Mädge, Oberbürgermeister der Hansestadt Lüneburg und Präsident des Niedersächsischen Städtetages, findet deutliche Worte gegen die Pläne der Deutschen Bahn (DB), den britischen Konkurrenten Arriva zu erwerben. Er stößt damit in das gleiche Horn, wie zuvor auch Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode.

Die Uelzener Metronom Eisenbahngesellschaft ist eine Arriva-Tochter und würde nach der Übernahme zur DB gehören. „Das hätte unangenehme Folgen, zum Beispiel für die Fahrkartenpreise. Die Bahn hätte nach einem Kauf in Niedersachsen keinen Konkurrenten mehr und könnte ungehindert an der Preisschraube drehen“, sagt Mädge. Uelzens Bürgermeister Otto Lukat schätzt die Entwicklungen rund um den Metronom derweil weitaus weniger dramatisch ein als sein Lüneburger Kollege: „Wenn die Deutsche Bahn reinkommt, muss das nicht zwangsläufig etwas Negatives sein“, meint Lukat. Die Aufregung und Sorgen der Belegschaft nach der Entlassung beider Metronom-Geschäftsführer könne er verstehen, so Lukat weiter: „Es besteht aber nicht die Gefahr, dass diese Dinge jetzt unvermittelt eintreten könnten.“ Er meine, dass die Arbeitsplätze sicher sind.

„Die Konstellation Bahn und Arriva muss man sehr genau beobachten“, mahnte gestern Uelzens Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann (SPD) an. Lühmann, die Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages ist, will im Falle einer Übernahme das Gespräch mit den Verantwortlichen der Deutschen Bahn suchen. „Auch das Land ist da als großer Auftraggeber beim Metronom in der Pflicht“, betont die Abgeordnete: Das Land könne kein Interesse haben, dass seine Position geschwächt wird „und ich erwarte von der Landesregierung, dass sie ihre Position entsprechend vertritt“.

Skeptische Töne kommen auch vom Verkehrsclub Deutschland. „Metronom galt bislang als ein Unternehmen, dass sich mit der Region identifizierte.“ Wenn künftig möglicherweise mehr Profitstreben als Kundenorientiertheit im Nahverkehrsmarkt eine Rolle spielen könnte, „dann ist dies auch ein Ergebnis der verfehlten Landespolitik“, sagt Landesvorsitzender Michael Frömming.

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