Ampel-Ausfall mitten im Schüler-Verkehr auf einem Knotenpunkt – weil es Streit um die Wartung gab

„Das darf sich nicht wiederholen“

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Problem-Kreuzung: Die Ampel ist hier eigentlich rund um die Uhr in Betrieb.

Uelzen. Dunkelheit, Regen, reflektierende Lichter. Dichter Berufsverkehr auf den Straßen, dazu Dutzende Jungen und Mädchen auf dem Weg zu ihren Schulen – diese Konstellation treibt Eltern und Polizei die Sorgenfalten auf die Stirn.

Auf einer der gefährlichsten Kreuzungen im Uelzener Stadtgebiet trat diese Situation am Montag ein – Grund dafür sind offenbar Abstimmungsprobleme zwischen einer Wartungsfirma und der für Bundesstraßen zuständigen Straßenmeisterei Holdenstedt.

Auf dem Verkehrsknotenpunkt Ostring/Groß Liederner Straße trifft der Fernverkehr aus der gesamten östlichen Region zusammen, was von den Bundesstraßen 71,191 und 493 weiter Richtung Soltau und Bremen fährt, kommt hier entlang – und muss hier links abbiegen. Entgegen kommt der Verkehr aus der Stadt Uelzen, aus den beiden anderen Richtungen rollt der Ostring-Verkehr heran. Insgesamt neun Fahrspuren führen in diese Kreuzung hinein. Dazu müssen Schüler einer Berufsbildenden Schule, beider Gymnasien sowie der Hermann-Löns-Grundschule hier die Straße überqueren.

Eine Konstellation, die höchste Brisanz birgt – zumindest da ist man sich einig; zumal dieser Knotenpunkt ohnehin jahrelang als Unfallschwerpunkt auftauchte und Experten ebenso lange einen Kreisverkehr fordern. Doch warum es von Sonntagfrüh bis Montagmittag und somit in die Schulzeit hinein dauerte, bis ein Reparaturtrupp anrollte – dazu gibt es verschiedene Darstellungen.

So meldete die Polizei erstmals Sonntagfrüh die Ampelstörung der Straßenmeisterei Holdenstedt. Als die Anlage am Nachmittag immer noch außer Betrieb war, hakte die Wache in Holdenstedt nach – und bekam die Auskunft, die zuständige Wartungsfirma habe nur einen Vertrag für Werktage, um Kosten zu sparen. Der Notdienst fahre deshalb nicht am Sonntag los.

Gestern korrigierte die Straßenmeisterei diese Darstellung: „Die Werktags-Regelung gilt nur für Routinewartungen und nicht für Störfälle. Es ist doch selbstverständlich, dass bei einem Ampelausfall sofort jemand losgeschickt werden muss“, betont deren Leiterin Manuela Kapak-Wendt. Sie kläre jetzt mit der Firma, „dass sich so etwas nicht wiederholen darf“.

Dieser Meinung ist man auch bei der Polizei: „Ich halte eine solche Situation für äußerst bedenklich, wir können dort nicht über Stunden mit mindestens vier Beamten den Verkehr regeln“, erklärt Ralf Munstermann, Leiter des Streifendienstes.

Montagmorgen beim Schülerverkehr war die Polizei auf der Kreuzung präsent – zwei Autofahrerinnen, die bereits am Sonntag dort in einen Unfall verwickelt waren, nützte das nichts. Eine 41-jährige Pkw-Lenkerin hatte einen von links kommenden Wagen übersehen. Durch die Wucht des Aufpralls wurde ein Auto gegen ein Straßenschild geschleudert und knickte dies um. Eine Frau wurde leicht verletzt, es entstand ein Sachschaden von rund 7000 Euro.

Von Thomas Mitzlaff

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