Überbetrieblicher Verbund tauscht sich über Umgang mit Fachkräftemangel aus

Coaching gegen Stress

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Nicht nur die Gesundheit des Pflegebedürftigen, sondern auch die des Mitarbeiters sollte im Alltag beachtet werden. Das wurde deutlich bei der Versammlung des Überbetrieblichen Verbundes Frau und Wirtschaft. Foto: dpa

dib Uelzen/Lüneburg. Der Überbetriebliche Verbund Frau und Wirtschaft Lüneburg. Uelzen wächst stetig weiter. Innerhalb des vergangenen Jahres haben sich zehn zusätzliche Firmen dem Verein angeschlossen, darunter auch die Uelzena-Gruppe.

53 Unternehmen zählt derzeit der Verbund, der nicht nur Familien unterstützt, sondern vor allem auch die Betriebe bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Ihr Konzept stellten Geschäftsführerin Brigitte Kaminski und Mitarbeiterin Elisabeth Börner-Gleiß auch in der vergangenen Woche beim Niedersächsischen Demografiekongress in Hannover vor, der sich mit dem Thema „Netzwerke gestalten Zukunft“ befasste. „Wir durften uns als Best-Practice-Beispiel präsentieren und sind auf reges Interesse gestoßen“, berichtete Brigitte Kaminski bei der Mitgliederversammlung des Verbundes in der Klinik Lüneburger Heide in Bad Bevensen.

Ein betriebliches Gesundheitsmanagement wurde ebenfalls als wichtiger Baustein für den Umgang mit dem demografischen Wandel dargestellt. So kooperiert Dirk Ammann vom gleichnamigen Pflegedienst in Uelzen mit der Krankenkasse AOK und deren Modell-Projekt „Bonas“, dessen Ziel es ist, nicht nur Kunden, sondern auch Mitarbeiter gesundheitlich zu unterstützen, wie er berichtete. „Ich möchte nicht nur die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit meiner Mitarbeiter erhalten und fördern, sondern auch das Wohlbefinden am Arbeitsplatz verbessern und die Motivation erhöhen“, sagte Ammann. Eine schlechte Leistung koste die Firma Geld. Nicht zuletzt wegen des immensen Fachkräftemangels in seiner Branche hält er das für notwendig: „In ein paar Jahren wird sich der Markt nicht am Kunden entscheiden, sondern am Mitarbeiter.“

So könne jeder Angestellte freiwillig an einem Coaching zum Thema Arbeitsbewältigung und Stress teilnehmen. Die Ergebnisse würden anonym bleiben und die Kritik zum Teil ehrlicher und härter ausfallen, als sie im Gespräch mit der Führungsebene möglich wäre, hieß es. Erste Ideen habe der Unternehmer bereits umgesetzt, zum Beispiel bei Neuwagen auf Sitzheizungen geachtet und für den Sommer dünnere Arbeits-shirts besorgt. Trotz vieler Hilfsmittel müsse immer der Spagat zwischen Betriebswirtschaft, Kunde und Mitarbeiter geleistet werden: „Die Kosten steigen, das Entgelt nicht. Daher müssen die Personalschlüssel steigen, die Pflegeversicherungsbeiträge auch“, so Ammann.

Fortgesetzt werden 2014 die Ferienbetreuungen, so Brigitte Kaminski. Der Verbund will mit dem Familienservicebüro Ferienangebote für den Sommer planen und den Mitgliedern zur Verfügung stellen

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